10 Millionen Euro für DLR-Forschungsbau in Neustrelitz mit innovativer Holzfassade
10 Mio. Euro für DLR-Forschungsbau in Neustrelitz

Mecklenburg-Vorpommern investiert in zukunftsweisende Forschung

Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) am Standort Neustrelitz hat einen bedeutenden finanziellen Schub erhalten. Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) übergab persönlich einen Zuwendungsbescheid über zehn Millionen Euro für einen neuen Forschungsbau. Diese Investition unterstreicht die strategische Bedeutung des Wissenschaftsstandortes in Mecklenburg-Vorpommern trotz aktuell angespannter Haushaltssituation.

Innovativer Neubau für solare und terrestrische Forschung

Das geplante Gebäude wird dem Institut für Solar-Terrestrische Physik als neues Domizil dienen. Auf einer Nutzfläche von 2200 Quadratmetern entstehen moderne Büros, hochspezialisierte Labors und funktionale Werkstätten. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 14 Millionen Euro, wobei das Land Mecklenburg-Vorpommern den Großteil mit zehn Millionen Euro fördert.

„Diese Investition macht den DLR-Standort Neustrelitz noch innovativer und unser Bundesland wettbewerbsfähiger“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin bei der Übergabe des Förderbescheides an DLR-Standortleiterin Maria Reulke.

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Architektonische Besonderheiten und technische Innovationen

Der zweigeschossige Neubau wird in Fertigteilbauweise errichtet und zeichnet sich durch mehrere innovative Merkmale aus:

  • Eine spezielle Holzfassade mit integrierter „Brise-Soleil-Beschattung“ (Sonnenbrecher) sorgt für natürliche Temperaturregulierung
  • Die Fassade bietet im Sommer effektiven Wärmeschutz und lässt im Winter die tiefstehende Sonne zur passiven Beheizung der Räume beitragen
  • Die Beheizung erfolgt über eine moderne Wärmepumpentechnologie
  • Eine spätere Nachrüstung mit Solaranlagen ist bereits vorbereitet, muss jedoch aufgrund möglicher Störungen von Forschungsmessungen zunächst zurückgestellt werden

Das Architekturbüro SSP Rüthnick Architekten setzte sich mit diesem Entwurf in einem öffentlichen Vergabeverfahren gegen 100 Mitbewerber durch. Die Architekten Josef Konrad und Marius Scheffer entwickelten eine Lösung, die sowohl ästhetischen als auch funktionalen Ansprüchen gerecht wird.

Besondere bauliche Anforderungen am Forschungsstandort

Die Planungen berücksichtigen die besonderen Bedingungen des DLR-Geländes in Neustrelitz. Um die empfindlichen Antennenschüsseln auf dem Gelände nicht zu beeinträchtigen, wurde die Gebäudehöhe auf maximal elf Meter begrenzt. Dies führt zu einem charakteristischen, langgezogenen Baukörper in Hybridbauweise ohne Keller.

Bevor mit dem Neubau begonnen werden kann, müssen zunächst Teile eines bestehenden Gebäudes abgerissen werden. Der offizielle Spatenstich ist bereits für Juni dieses Jahres geplant, wie Institutsleiter Jens Berdermann bekannt gab. Die Fertigstellung des gesamten Bauvorhabens wird für das Frühjahr 2027 angestrebt.

Tradition und Zukunft des Wissenschaftsstandortes

DLR-Standortleiterin Maria Reulke verwies auf die mehr als hundertjährige Tradition Neustrelitz' als Wissenschaftsstandort. „Die geopolitischen Sicherheitsbedürfnisse und insbesondere die Anforderungen an kritische Infrastrukturen haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich verändert und erweitert“, erklärte Reulke. Gleichzeitig habe die internationale wissenschaftliche Vernetzung erheblich zugenommen.

Die Förderung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern wurde von lokalen Politikern ausdrücklich begrüßt. Sowohl der parteilose Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund als auch Landrat Thomas Müller (CDU) gratulierten zum erfolgreichen Förderbescheid und unterstrichen die Bedeutung dieser Investition für die gesamte Region.

Der neue Forschungsbau wird nicht nur die Arbeitsbedingungen für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am DLR Neustrelitz verbessern, sondern auch ein sichtbares Zeichen für die Innovationskraft des Standortes setzen. Die Kombination aus nachhaltiger Bauweise, energieeffizienter Technologie und funktionaler Architektur macht dieses Projekt zu einem Vorzeigebeispiel moderner Forschungsinfrastruktur.

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