Im SPIEGEL-Podcast „Smarter leben“ erklärt Neurowissenschaftler Henning Beck, warum Menschen immer wieder dumme Entscheidungen treffen – und wie sie das ändern können. Laut Beck sind es gerade die Gebildeten, die besonders anfällig für typische Denkfehler sind. „Tatsächlich zeigen Studien, dass gerade die Menschen, die am meisten denken, sie würden nicht auf Denkfehler hereinfallen, dazu neigen. Das sind häufig diejenigen, die am gebildetsten sind, die rhetorisch ausgebildet sind“, sagt Beck.
Typische Denkmuster und ihre Fallstricke
In seinem Buch „12 Gesetze der Dummheit“ untersucht Beck alltägliche Denkphänomene, die dazu führen, dass wir falsch handeln und uns selbst ausbremsen. Ein zentrales Problem sei die Neigung, Sinnzusammenhänge zu sehen, wo es keine gibt. Beck veranschaulicht dies mit einem Beispiel: „Wir argumentieren nach dem Motto: Warum ist die Ozonschicht da? Damit die Menschen vor UV-Strahlung geschützt sind. Nein! Wir sind da, weil es eine Ozonschicht gibt.“ Diese kognitive Verzerrung verstärke sich besonders in Zeiten von Unsicherheit oder Stress.
Herausforderungen in Krisenzeiten
Die Frage, ob in Krisenzeiten überhaupt sinnvolle Entscheidungen möglich sind, verneint Beck nicht. Er zeigt Wege auf, wie man trotz aller Denkfehler zu besseren Lösungen kommen kann. Dazu gehöre, sich der eigenen Muster bewusst zu werden und bewusst gegenzusteuern. Die Podcast-Folge, die ursprünglich am 28. Oktober 2023 erschien, zählt zu den meistgehörten des Formats.
Praktische Tipps für den Alltag
Beck rät, Entscheidungen nicht unter Druck zu treffen und sich Zeit für Reflexion zu nehmen. Auch der Austausch mit anderen könne helfen, blinde Flecken zu erkennen. Wer Lust bekomme, Zukunftspläne zu schmieden und gesellschaftlichen Wandel voranzubringen, solle sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Der Podcast „Smarter leben“ mit Lenne Kaffka erscheint jeden Samstag und bietet Ideen für einen bewussteren Alltag.



