Die KI-Rally durchläuft einen Realitätstest. Dan Niles, Gründer von Niles Investment Management, warnte am 20. Juni vor einer drohenden Korrektur und lag damit richtig. Einen langfristigen Bruch der KI-Story sieht der Tech-Profi aber nicht. Im Fokus stehen drei Risiken: Firmen versuchen, ihre Token-Kosten zu senken, leistungsfähige Open-Source-Modelle aus China erhöhen den Preisdruck, und die steigenden Kosten für KI-Halbleiter könnten in der Berichtssaison auf die Margen drücken.
Euphorie trifft auf Kostenrealität
Im Gespräch mit Markus Koch betont Niles, dass die aktuelle Korrektur eher ein Schlagloch als ein Trendbruch sei. Die Euphorie um KI habe die Kurse in die Höhe getrieben, doch nun zeige sich die Kostenrealität. Unternehmen müssten ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur rechtfertigen, was zu Gewinnmitnahmen führe.
Drei Hauptrisiken für KI-Aktien
Niles identifiziert drei zentrale Risiken: Erstens versuchen Unternehmen, ihre Token-Kosten zu senken, was die Margen von KI-Dienstleistern belastet. Zweitens drängen leistungsfähige Open-Source-Modelle aus China auf den Markt und erhöhen den Preisdruck. Drittens steigen die Kosten für KI-Halbleiter, was in der anstehenden Berichtssaison die Margen drücken könnte.
Wird KI zum Commodity?
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, ob KI-Modelle zu einer Ware werden. Niles sieht die Gefahr, dass KI-Modelle standardisieren und der Wettbewerb vor allem über den Preis geführt wird. Gleichzeitig bleibe die Infrastruktur ein Engpass, was langfristig Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter rechtfertige.
Ausblick und Empfehlungen
Der Tech-Profi rät Anlegern, bei Korrekturen selektiv zuzugreifen und auf Unternehmen mit starker Marktposition und effizienten KI-Lösungen zu setzen. Den langfristigen Trend sieht er ungebrochen, da KI weiterhin Produktivitätssteigerungen verspricht. Das vollständige Interview ist als Podcast bei 360 Wallstreet verfügbar.



