Kommentar: Unternehmen müssen KI selbst steuern, nicht Laboren ausgeliefert sein
Unternehmen müssen KI selbst steuern, nicht Laboren ausgeliefert

Die Start-ups OpenAI und Anthropic aus San Francisco gelten als Nukleus des globalen KI-Booms. Sie haben die Technologie auf ein nie gekanntes Niveau gehoben und durchdringen zunehmend Leben, Gesellschaft und Wirtschaft. Doch Unternehmen sollten sich nicht pauschal den KI-Laboren ausliefern, kommentiert Stephan Scheuer.

Kunden haben mehr Macht als ihnen bewusst ist

Kunden stehen nicht am Ende der Wertschöpfungskette. Sie verfügen über Daten, Produkte und Geld – das ist Macht. Und diese Macht ist viel größer, als die meisten realisieren. OpenAI und Anthropic steuern auf Börsengänge zu und heben die Preise für ihre Dienstleistungen an. Bei vielen Kundenfirmen bricht eine „Token-Panik“ aus, die Sorge um steigende Kosten. Dabei haben viele vergessen, dass sie Kunden sind.

Es gibt Alternativen zu den US-Laboren

Die Start-ups aus San Francisco haben keine Monopole erschaffen. Sie haben Konkurrenten. Es gibt einen Markt, der sich immer weiter öffnet. Gerade für Europa ist das eine zentrale Lektion. Hier gibt es keine KI-Labore, die auf Augenhöhe mit US-Firmen mithalten können. Aber es gibt viele Konzerne, die KI-Modelle einsetzen. Solange sie nur konsumieren, bleiben sie abhängig. Sobald sie KI gezielt steuern, gewinnen sie Handlungsspielraum.

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Beispiel Bayer: Gezielte Steuerung und Prüfung von Alternativen

Der Dax-Konzern Bayer steuert KI gezielt, setzt auf gesicherte Umgebungen für heikle Daten und prüft auch chinesische Modelle als Alternative zu US-Anbietern. Dies zeigt, dass Unternehmen durchaus Optionen haben, um Abhängigkeiten zu vermeiden und Kosten zu kontrollieren.

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