Elektrofähre 'The Baltic Whale' nimmt Betrieb zwischen Deutschland und Dänemark auf
Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) feiert die neue Frachtfähre als einen "Meilenstein" für die klimafreundliche Schifffahrt. "The Baltic Whale" hat den Betrieb mit einer riesigen Batterie zwischen Fehmarn und dem dänischen Rødby aufgenommen und ermöglicht erstmals emissionsfreien Gütertransport auf dieser Route.
Technische Details und Kapazitäten der neuen Fähre
Die Reederei Scandlines hat zwischen dem schleswig-holsteinischen Puttgarden und dem dänischen Rødby eine batterieelektrische Frachtfähre in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens verfügt das Schiff über eines der weltweit größten Batteriesysteme an Bord einer Fähre, mit einer Kapazität von zehn Megawattstunden elektrischer Energie. Die gut 174 Meter lange Fähre bietet auf zwei Decks Platz für 66 Lkw sowie ausgewiesenes Gefahrgut – darunter auch Batterien.
Im Hafen soll das Schiff in nur zwölf Minuten genug Strom für die 45 Minuten lange Überfahrt laden. "The Baltic Whale" kann im Regelbetrieb rein elektrisch verkehren, verfügt aber auch über Dieselgeneratoren für den Bedarfsfall. Insgesamt kann Scandlines auf der Route nun 27 Prozent mehr Fracht transportieren als zuvor.
Reaktionen und Bedeutung für den Klimaschutz
Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger erklärte: "Die Jungfernfahrt der 'The Baltic Whale' ist ein wichtiger Meilenstein für den Klimaschutz in der Schifffahrt." Die Fahrt des Schiffs zeige, dass es bereits möglich sei, anspruchsvolle Strecken emissionsfrei zurückzulegen. Der Nabu berät die Reederei beim Umbau und begrüßt die Initiative als wegweisend für die Branche.
Für die größeren Passagierfähren setzt Scandlines bereits seit 2013 Hybridschiffe ein, bei denen Batteriepakete die Dieselgeneratoren unterstützen. Die Route über die Meerenge Fehmarnbelt ist 18,5 Kilometer lang und stellt eine wichtige Verbindung im europäischen Güterverkehr dar.
Internationaler Vergleich und zukünftige Herausforderungen
Noch stärkere Batterieschiffe sind international im Einsatz oder in Planung:
- In Australien läuft die Passagierfähre "China Zorrilla" im Testbetrieb mit einem 40-Megawattstunden-Akku für den Linienverkehr zwischen Argentinien und Uruguay.
- In China fahren auf dem Jangtsekiang Flusscontainerschiffe wie "Green Water 01" mit mehr als 50 Megawattstunden Kapazität in austauschbaren Containerakkus.
Gleichzeitig entsteht am Meeresboden des Fehmarnbelts ein Autobahn- und Bahntunnel, der offiziell 2029 eröffnet werden soll. Aufgrund von Bauproblemen rechnet die dänische Baufirma jedoch eher mit 2031. Sobald diese feste Beltquerung steht, dürfte sie mit den Fähren um günstigere Gebühren konkurrieren. Die Reederei hatte mit anderen Unternehmen und Kommunen vergeblich gegen das Tunnelprojekt geklagt.
Scandlines verfügt noch über eine weitere Frachtfähre, die überwiegend auf der Route Puttgarden–Rødby im Einsatz war und ersatzweise auch die Strecke zwischen Rostock und Gedser in Dänemark befuhr. Diese alte Fähre soll demnächst aus dem Betrieb genommen werden, wie eine Sprecherin bestätigte.



