Unternehmer lädt E-Auto mit Benzingenerator auf Marienplatz: Protest gegen Münchner Ladeinfrastruktur-Pannen
Protest mit Benzingenerator: Unternehmer kritisiert Münchner Ladeinfrastruktur

Unternehmer lädt E-Auto mit Benzingenerator auf Marienplatz: Protest gegen Münchner Ladeinfrastruktur-Pannen

Constantin Schwaab, Gründer und Geschäftsführer des Ladesäulen-Anbieters Wirelane, hat am 5. März 2026 auf dem Marienplatz in München einen ungewöhnlichen Protest inszeniert. Um auf die mangelhafte Ladeinfrastruktur für Elektroautos in der bayerischen Landeshauptstadt aufmerksam zu machen, parkte er in den frühen Morgenstunden einen elektrischen Minivan vor dem Neuen Rathaus, stellte eine mobile Ladesäule auf und betrieb diese mit einem dröhnenden Benzingenerator, um den E-Van zu laden. "München bremst den Ausbau der Ladeinfrastruktur aus", erklärte Schwaab und verdeutlichte damit seine Kritik an Vergabepannen, übermäßiger Bürokratie und verpassten Chancen für die Mobilitätswende.

Lange Vorgeschichte von Vergabeverfahren und rechtlichen Auseinandersetzungen

Der Protest hat eine lange Vorgeschichte, die bis ins Jahr 2017 zurückreicht. Damals bewarben sich Ladesäulen-Anbieter wie Qwello um die Erlaubnis, mehrere Tausend Ladepunkte in München aufzustellen. 2020 initiierte die Stadt ein Vergabeverfahren, das jedoch Ende 2023 von der Vergabekammer Südbayern als fehlerhaft eingestuft wurde. Als Reaktion darauf setzte München 2024 ein neues Vergabeverfahren per Los auf, bei dem Unternehmen wie Schwaabs Wirelane keinen Zuschlag erhielten. Am 4. Februar 2026 entschied ein Verwaltungsgericht, dass auch dieses Losverfahren bedenklich sei, unter anderem weil die Münchner Stadtwerke als Ladesäulen-Anbieter nicht einbezogen wurden. Geklagt hatte Qwello, was die Situation weiter verkomplizierte.

Frust über schleppenden Ausbau und Vergleich mit anderen Städten

Der Wirelane-Chef platzt nun der Kragen, weshalb er sich zu diesem plakativen Protest entschloss. Seine Botschaft lautet: "Die Stadt kriegt die Mobilitätswende nicht auf die Reihe!" In einer Pressemitteilung seines Unternehmens heißt es: "Ohne Genehmigungen bleibt selbst bestverfügbare Technologie nutzlos." Schwaab vergleicht München mit Städten wie Berlin oder Hamburg, die in puncto Ladeinfrastruktur deutlich weiter fortgeschritten seien. Sein Unternehmen habe deutschlandweit bereits 5000 Ladepunkte errichtet und verfügt über die nötige Expertise, die in München jedoch nicht genutzt werde.

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Aktuelle Zahlen und Herausforderungen in München

In München sind derzeit etwa 50.000 Elektroautos angemeldet, während es seit Anfang 2026 auf öffentlichem Grund mehr als 3000 normale und 340 Schnellladepunkte mit insgesamt 600 Ladesäulen gibt. Zum Vergleich: Hamburg verfügt über etwa 1000 Ladepunkte mehr, obwohl die Stadt kleiner ist. Dieser schleppende Ausbau des Ladenetzes findet in einer Zeit statt, in der die Benzinpreise explodieren und die Nachfrage nach Elektromobilität steigt. Schwaabs Aktion unterstreicht die Dringlichkeit, die bürokratischen Hürden abzubauen und die Ladeinfrastruktur zügig auszubauen, um die Verkehrswende in München voranzutreiben und den Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden.

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