DLR erforscht eigene NS-Vergangenheit: Zwangsarbeit und Menschenversuche
DLR erforscht eigene NS-Vergangenheit: Zwangsarbeit

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat seine Vergangenheit im Nationalsozialismus umfassend aufarbeiten lassen. Eine nun veröffentlichte Studie zeigt, dass die Vorgängerorganisation des DLR eng in das Unrechtssystem der NS-Diktatur verstrickt war. Die Forschungseinrichtung beteiligte sich an Rüstungsprojekten, setzte Zwangsarbeiter ein und führte Menschenversuche durch.

Späte, aber gründliche Aufarbeitung

Die Aufarbeitung erfolgt spät, aber nach Angaben des DLR umfassend. Die Studie wurde von unabhängigen Historikern erstellt und beleuchtet die Rolle der damaligen Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) und anderer Vorgängereinrichtungen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Institute zentrale Bestandteile des nationalsozialistischen Forschungsapparats waren.

Zwangsarbeit und Menschenversuche

Besonders belastend sind die Erkenntnisse zu Zwangsarbeit: Tausende Menschen mussten unter unmenschlichen Bedingungen für die Luftfahrtforschung arbeiten. Zudem wurden in einigen Fällen medizinische Experimente an Häftlingen durchgeführt, ohne deren Einwilligung. Die Studie dokumentiert diese Verbrechen detailliert und benennt Verantwortliche.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen und Konsequenzen

Der DLR-Vorstand zeigte sich bestürzt über die Ergebnisse. Man werde die Erkenntnisse nutzen, um eine kritische Erinnerungskultur zu etablieren. Geplant sind unter anderem eine Gedenkstätte und die Umbenennung von nach NS-Wissenschaftlern benannten Einrichtungen. Die Forschungsergebnisse sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Studie ist ein Beispiel für die späte, aber notwendige Auseinandersetzung deutscher Forschungseinrichtungen mit ihrer NS-Vergangenheit. Sie zeigt, dass auch vermeintlich neutrale Wissenschaftsorganisationen tief in das Unrechtssystem verstrickt waren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration