Ultradünne Mondsichel heute Abend: Ein Himmelsphänomen, das 18 Jahre auf sich warten lässt
Mega-Mager-Mond: Nur heute für 21 Minuten sichtbar

Ein astronomisches Rarität: Die ultradünne Mondsichel am Abendhimmel

Hobby-Astronomen und Himmelsbeobachter sollten heute Abend den Blick gen Westen richten. Bei klarem Himmel zeigt sich ein außergewöhnliches Phänomen: eine extrem schmale Mondsichel, die fast horizontal am Himmel liegt. Nur etwa 0,7 Prozent der Mondoberfläche werden beleuchtet sein, was dieses Ereignis zu einer echten Seltenheit macht.

Ein Zeitfenster von nur wenigen Minuten

Von Deutschland aus ist die Beobachtung eine Herausforderung. Das Zeitfenster für die Sichtbarkeit beträgt lediglich etwa 20 Minuten, bevor der Mond unter dem Horizont verschwindet. In Berlin beginnt die nautische Dämmerung um 18.51 Uhr, der Monduntergang folgt um 19.12 Uhr – das ergibt nur 21 Minuten Beobachtungszeit.

Die Sichtbarkeitszeiten in deutschen Städten:

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  • Berlin: 18.51 Uhr bis 19.12 Uhr (21 Minuten)
  • München: 18.55 Uhr bis 19.15 Uhr (20 Minuten)
  • Hamburg: 19.06 Uhr bis 19.27 Uhr (21 Minuten)
  • Frankfurt am Main: 19.08 Uhr bis 19.29 Uhr (21 Minuten)
  • Köln: 19.16 Uhr bis 19.37 Uhr (21 Minuten)

Die Entstehung des Phänomens

Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin, erklärt die astronomischen Hintergründe: „Die liegende Sichel entsteht durch zwei Bedingungen: Die Mondbahn ist schräg zur scheinbaren Sonnenbahn geneigt. Derzeit steht der Mond beim Durchlauf des oberen Umkehrpunkts gleichzeitig über der Sonne. Beim Untergang erscheint er fast senkrecht über der Sonne und wird von unten beleuchtet.“

Diese spezielle Konstellation führt dazu, dass die Mondsichel extrem schmal erscheint und in einer ungewöhnlich flachen Position am Himmel liegt. Für Beobachter bedeutet dies: Die Sichel ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ein Fernglas oder Teleskop wird dringend empfohlen, um das Phänomen überhaupt wahrnehmen zu können.

Eine Wiederkehr erst in 18,6 Jahren

Was dieses Himmelsereignis besonders macht, ist seine Seltenheit. Ein vergleichbarer „Mega-Mager-Mond“ wird erst in achtzehneinhalb Jahren wieder zu sehen sein. Zwar kommt es in den kommenden Jahren immer wieder zu ähnlichen Phänomenen, doch die Sichel wird dann breiter erscheinen und sich zudem aufrichten.

Horn erläutert: „Da die Mondbahn nicht fixiert im Raum steht, sondern mit einer Periode von 18,6 Jahren selbst rotiert, kommt eine solche Extremposition nur alle 18,6 Jahre vor. Die letzte extreme Neumond-Sichel trat daher im September 2007 auf.“

Die heutige Gelegenheit ist also tatsächlich etwas Besonderes. Wer das Spektakel verpasst, muss bis zum Jahr 2044 warten, um eine vergleichbare Konstellation wieder beobachten zu können. Norddeutschland könnte heute Abend allerdings Pech haben – dort liegt eine Wolkendecke über dem Himmel, während in anderen Teilen Deutschlands die Sichtbedingungen theoretisch gut sein sollten.

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