Größter Börsengang aller Zeiten: SpaceX geht an die Börse
Am 12. Juni 2026 ist es so weit: SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk, wird an der Wall Street in New York an die Börse gehen. Es handelt sich um den größten Börsengang der Geschichte, der nicht nur institutionellen Anlegern, sondern erstmals auch deutschen Kleinanlegern offensteht. Der Ausgabepreis liegt zwischen 135 und 162 US-Dollar je Aktie.
Warum können deutsche Privatanleger jetzt direkt beim IPO mitmachen?
Bislang war die Zeichnungsphase bei Börsengängen großen Playern wie Fonds und Vermögensverwaltern vorbehalten. Bei SpaceX jedoch sind bis zu 30 Prozent der Aktien für Privatanleger reserviert. Deutsche Anleger können über Neobroker wie Flatex, Trade Republic und Revolut sowie über die Deutsche Bank und die ING Aktien zeichnen. Bei Trade Republic ist die Frist bis zum 10. Juni 19 Uhr, bei den Banken bis zum Abend des 11. Juni. Diese Öffnung wird auf Elon Musk selbst zurückgeführt, der bereits bei Tesla die Loyalität privater Aktionäre schätzen gelernt hat.
Welche Risiken bestehen für Privatanleger?
Trotz der großen Chance gibt es erhebliche Risiken. Der IPO gilt bereits als überzeichnet, sodass viele Anleger möglicherweise nur einen Teil oder gar keine Aktien zugeteilt bekommen. Zudem warnt die Deutsche Bank: „Das verfügbare Kontingent ist begrenzt und steht einer sehr hohen Nachfrage gegenüber.“ Auch der erste Handelstag könnte enttäuschen: Statt rasanter Kursgewinne ist ein Absturz möglich, wenn frühe Investoren Kasse machen. Saidi Sulilatu von Finanztip hält SpaceX für überteuert: „Die Bewertung von 1,8 Billionen Dollar liegt beim Drei- bis Vierfachen dessen, was üblich ist. Da stecken enorme Gewinnfantasien drin.“ Anleger sollten daher nur Summen zeichnen, deren Verlust sie verkraften können.
Geschäftsfelder von SpaceX
SpaceX ist in mehreren Bereichen aktiv: Raketenstarts für Satelliten, staatliche Raumfahrtmissionen, Transport von Astronauten und Fracht. Mit Starlink bietet das Unternehmen satellitengestütztes Internet an. Zudem wird in das Raumschiff Starship investiert, das Mond- und Marsmissionen ermöglichen soll. Diese Diversifikation bietet Chancen, aber auch Unsicherheiten, da viele Bereiche noch in der Entwicklung sind.
ETFs und der SpaceX-Börsengang
Deutsche Anleger können auch über ETFs vom Börsengang profitieren. Dank der neuen „Fast Entry“-Regel der Nasdaq könnte SpaceX bereits 15 Tage nach dem IPO in den Nasdaq-100-Index aufgenommen werden. Christian Röhl von Scalable Capital schätzt das Gewicht auf etwa ein Prozent. ETFs wie der Invesco Nasdaq 100 müssten dann entsprechend Aktien kaufen. In anderen Indizes wie dem MSCI World könnte die Gewichtung langsamer steigen. Röhl sieht jedoch einen Zielkonflikt zwischen repräsentativer Abbildung und Vermeidung von Marktverwerfungen.
Fazit: Chancen und Risiken abwägen
Der SpaceX-Börsengang bietet deutschen Kleinanlegern eine historische Chance, direkt am IPO teilzunehmen. Doch die Risiken sind nicht zu unterschätzen: Überzeichnung, hohe Bewertung und mögliche Kursverluste am ersten Tag. Anleger sollten sich gut informieren und nur Geld investieren, das sie nicht dringend benötigen. Langfristig könnte SpaceX vom Wachstum der Raumfahrt und des Satelliteninternets profitieren, aber die Zukunft bleibt unsicher.



