Ein ausgedienter Raketenteil von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX rast unkontrolliert auf den Mond zu und wird dort voraussichtlich Anfang August einschlagen. Wie der US-Astronom Bill Gray und die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilten, handelt es sich um die Oberstufe einer „Falcon 9“-Rakete, die am 15. Januar 2025 vom Kennedy Space Center in Florida gestartet wurde. Damals brachte die Rakete zwei Mondlander ins All: „Blue Ghost“ des US-Unternehmens Firefly Aerospace und „Resilience“ des japanischen Start-ups ispace.
Termin des Einschlags steht fest
Nach Berechnungen von Wissenschaftlern wird der Einschlag am 5. August 2026 erwartet. SpaceX selbst äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall. Die Oberstufe der Rakete war nach dem Aussetzen der Nutzlasten nicht mehr kontrollierbar und verblieb in einer chaotischen Umlaufbahn, die nun zum Mond führt.
Schwierige Beobachtung von der Erde
Ob der Einschlag von der Erde aus zu sehen sein wird, ist fraglich. William Cooke, ein Manager der Nasa, schätzt ein: „Ich denke, er wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich.“ Die Nasa plant jedoch, die Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ einzusetzen, die einige Tage vor und nach dem erwarteten Einschlag über die vermutete Einschlagstelle fliegen soll. So sollen Bilder und Daten vom Krater und dem Einschlagsort gewonnen werden.
Nicht der erste ungeplante Einschlag
Bereits vor rund vier Jahren krachte ein Raketenteil ungeplant auf den Mond. Nasa-Wissenschaftler identifizierten damals anhand von Bildern des „Lunar Reconnaissance Orbiters“ ein Fragment einer alten chinesischen Rakete als Verursacher. Es handelte sich vermutlich um die Trägerrakete der „Chang'e 5-T1“-Mission von 2014. China wies diese Berichte jedoch zurück. Geplante Einschläge zu Forschungszwecken, etwa um den Mondboden zu untersuchen, gab es in der Vergangenheit mehrfach.
Bedeutung des aktuellen Einschlags
Der bevorstehende Einschlag bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, mehr über die Zusammensetzung des Mondes zu erfahren. Die Nasa wird den Einschlag genau dokumentieren, um Daten für zukünftige Missionen zu sammeln. Der genaue Ort des Einschlags steht noch nicht fest, aber die Flugbahn deutet auf die Mondrückseite hin. Sollte der Einschlag sichtbar sein, könnte er von Teleskopen auf der Erde beobachtet werden – allerdings nur unter günstigen Bedingungen.



