IBM-Aktie stürzt ab: Umsatzverfehlung und KI-Anpassungsprobleme
IBM-Aktie bricht nach enttäuschenden Quartalszahlen ein

Die Aktie des IT-Konzerns IBM ist nach der Vorlage enttäuschender vorläufiger Quartalszahlen am Dienstag vorbörslich um 17 Prozent eingebrochen. Der US-Softwarekonzern verfehlte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Analysten. Grund sei ein verändertes Investitionsverhalten der Kunden, die ihre Ausgaben zunehmend auf KI-Infrastruktur verlagern, so das Unternehmen.

Umsatzwachstum unter den Erwartungen

Nach vorläufigen Berechnungen stieg der Umsatz im zweiten Quartal lediglich um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten hier mit einem höheren Wert gerechnet. Während die Erlöse im Softwarebereich um fünf Prozent zulegten, sanken die Einnahmen mit Infrastruktur um sieben Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um fünf Prozent auf 2,93 Dollar.

„Wir haben uns nicht schnell genug an die veränderten Marktbedingungen angepasst“, räumte IBM-Chef Arvind Krishna in einer Telefonkonferenz ein. „Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur wächst rasant, während traditionelle Software-Budgets gekürzt werden.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Branchenweite Auswirkungen

Die enttäuschenden Zahlen belasteten nicht nur die IBM-Aktie, sondern zogen auch andere Softwarewerte mit nach unten. Vorbörslich verloren die Aktien von Microsoft und SAP an Wert. Auch ServiceNow und Salesforce rutschten um rund fünf Prozent ab. Die Verlagerung der Technologieausgaben hin zur KI-Infrastruktur sei ein branchenweiter Trend, der viele Unternehmen betreffe, erklärte ein Analyst der Deutschen Bank.

IBM hatte bereits in den Vorquartalen mit einem schwächeren Geschäft in der Sparte „Infrastructure Support“ zu kämpfen. Der Rückgang um sieben Prozent im zweiten Quartal fiel jedoch deutlicher aus als erwartet. Krishna kündigte an, das Unternehmen werde seine Strategie anpassen und stärker in KI-bezogene Angebote investieren.

Ausblick und Reaktionen

Die endgültigen Quartalszahlen will IBM planmäßig in der kommenden Woche vorlegen. Anleger reagierten verunsichert: Die IBM-Aktie notierte vorbörslich bei rund 145 US-Dollar, ein Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vortag. Einige Analysten senkten ihre Kursziele für die Aktie. „IBM steht vor einer grundlegenden Transformation, die Zeit und Investitionen erfordert“, kommentierte ein Analyst von Morgan Stanley.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration