Mao Mao: Wie ein Berliner Onlineshop mit Tiktok 42.000 Kunden gewinnt
Mao Mao: Berliner Onlineshop gewinnt 42.000 Tiktok-Kunden

Wer das Berliner Büro von Mao Mao betritt, findet dort ein ungewöhnliches Bild: ein ausgestattetes Studio-Set, das nicht für Fernsehsendungen, sondern für Aufnahmen auf der Plattform Tiktok gedacht ist. Hier entstehen die Videos, mit denen der Onlineshop nach einem Bericht von Helge Denker, Wirtschaftsredakteur der Deutschen Post 24, bereits 42.000 Kunden gewonnen hat – ganz ohne bezahlte Werbung.

Tiktok statt Teleshopping: Warum der neue Ansatz funktioniert

Lange Zeit war Teleshopping die bevorzugte Methode, um Produkte direkt zu vermarkten. Moderatoren präsentierten Artikel im Fernsehen, erklärten deren Funktionen und nahmen telefonische Bestellungen entgegen. Mit dem Aufstieg der sozialen Netzwerke und insbesondere von Tiktok haben sich diese Formen jedoch deutlich gewandelt. Unternehmen wie Mao Mao setzen nun auf kurze, unterhaltsame Clips, die den Alltag der potenziellen Kunden abholen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Ansprache. Statt einer einseitigen Verkaufsshow liefern die Videos einen Zusatznutzen: Sie zeigen, wie Produkte angewendet werden, und beantworten dabei häufig gestellte Fragen. Das wirkt glaubwürdiger und erzeugt eine andere Art von Aufmerksamkeit als ein klassischer Werbespot. Die Zuschauer entscheiden selbst, ob sie das Video bis zum Ende schauen, teilen oder sich weiter mit der Marke beschäftigen.

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Das Erfolgsgeheimnis von Mao Mao: Koch- und Erklärvideos

Geschäftsführer Wen-Hao Cheok (32) nutzt das Tiktok-Studio in Berlin, um regelmäßig Inhalte zu produzieren. Dabei setzt er nach Informationen des Berichts auf zwei Formate: Kochvideos und Erklärvideos. In den Kochvideos stehen Produkte aus dem Sortiment im Mittelpunkt, die während der Zubereitung präsentiert werden. In den Erklärvideos gibt Cheok kurze Einführungen zu den Produkten, ihren Eigenschaften oder der richtigen Handhabung.

Diese Mischung aus Unterhaltung und Information hat sich als erfolgreich erwiesen. Die kurzen Clips sind auf die Tiktok-typische Darstellung ausgelegt und benötigen keine teure Produktion. Das Studio-Mobiliar ist bewusst auf die Anforderungen der Videodrehs abgestimmt, was die Authentizität der Inhalte unterstreicht. Für die Zuschauer wirkt es nicht wie ein Hochglanz-Werbespot, sondern wie eine Empfehlung aus dem Freundeskreis.

Ohne Werbebudget: Wie organische Reichweite bei Tiktok entsteht

Die Zahl von 42.000 Kunden ist gerade deshalb bemerkenswert, weil Mao Mao auf Tiktok kein bezahltes Werbebudget einsetzt. Stattdessen vertraut das Unternehmen auf die organische Verbreitung seiner Inhalte. Tiktok verfügt über einen Algorithmus, der Videos nicht allein nach der Followerzahl bewertet, sondern nach dem Engagement der Nutzer. Werden Videos häufig angesehen, zu Ende geschaut oder geteilt, spielt der Algorithmus sie auch anderen Nutzern aus.

Für Unternehmen bedeutet das: Nicht die Größe des Kanals entscheidet, sondern die Qualität und Relevanz der Inhalte. Ein einziger viral gehender Clip kann eine Welle an neuen Kontakten auslösen. Mao Mao hat von diesem Effekt offenbar profitiert. Der Erfolg bestätigt, dass soziale Plattformen keinen klassischen Werbeetat brauchen, um Reichweite aufzubauen – vorausgesetzt, die Inhalte treffen den Geschmack der Community.

Ein Wandel im E-Commerce: Vom Fernsehkanal zum Stream

Der Fall von Mao Mao fügt sich in einen breiteren Trend ein. Der E-Commerce verlagert sich zunehmend in soziale Medien. Plattformen wie Tiktok bieten nicht nur Unterhaltung, sondern auch die Möglichkeit, Produkte direkt zu entdecken und zu kaufen. Insbesondere für kleinere Händler ist das eine Chance, gegen große Marken zu bestehen, indem sie eine engere Beziehung zu ihrer Zielgruppe aufbauen.

Berlin als Standort spielt dabei eine fördernde Rolle: Die Stadt ist bekannt für ihre Start-up-Szene und digitalaffine Bevölkerung. Ein Onlineshop wie Mao Mao zeigt, dass man auch ohne teure TV-Spots oder großflächige Plakatwerbung erfolgreich sein kann – mit etwas Kreativität und dem richtigen Gespür für virale Inhalte.

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Was andere Händler von Mao Mao lernen können

Auch wenn nicht jedes Unternehmen die gleichen Ergebnisse erzielen wird, lassen sich aus dem Beispiel von Mao Mao einige Prinzipien ableiten. Zunächst einmal ist die Auswahl des richtigen Formats entscheidend. Videos, die einen unmittelbaren Nutzen bieten – etwa ein Rezept oder eine Gebrauchsanleitung – werden eher geteilt als reine Produktvorstellungen.

Zudem spielt die Regelmäßigkeit eine wichtige Rolle. Ein Kanal, der nur sporadisch erscheint, verliert schnell an Sichtbarkeit. Diejenigen, die kontinuierlich Inhalte liefern, geben dem Algorithmus immer wieder neue Gelegenheiten, das Publikum zu erreichen. Auch die Interaktion mit Kommentaren trägt zur Bindung bei.

Schließlich zeigt das Beispiel, dass Authentizität wichtiger ist als Perfektion. Die Videos von Mao Mao wirken nicht wie Hochglanzproduktionen, sondern wie persönliche Empfehlungen. Genau das schafft Vertrauen – und Vertrauen ist im E-Commerce das höchste Gut.

Herausforderungen und Aussichten für die Zukunft

Wie nachhaltig der Kundenzuwachs ist, wird sich zeigen. Tiktok ist ein schnelllebiges Medium, auf dem Trends schnell wechseln. Um erfolgreich zu bleiben, muss Mao Mao vermutlich weiterhin regelmäßig neue Ideen liefern und auf die Reaktionen der Community reagieren. Die bisherigen Ergebnisse lassen allerdings darauf schließen, dass das Unternehmen den Dreh raus hat.

Zudem dürfte sich die Plattform weiterentwickeln. Tiktok arbeitet stetig an neuen Funktionen für Shopping und Werbung, die das Einkaufserlebnis direkt in der App verbessern sollen. Händler, die frühzeitig auf diese Entwicklung setzen, könnten langfristig profitieren. Mao Mao hat mit seiner Tiktok-Ausrichtung zumindest einen entscheidenden Schritt gemacht und gezeigt, wie Marketing heute funktionieren kann.

Die Redaktion der Deutschen Post 24 wird die weitere Entwicklung des Berliner Unternehmens verfolgen. Derzeit ist jedenfalls festzuhalten: Erfolg im Onlinehandel kommt nicht mehr zwangsläufig von Teleshopping – sondern manchmal direkt aus einem Handyvideo.