Astronomen haben möglicherweise erstmals einen Mond in einem anderen Sonnensystem entdeckt. Das Objekt mit der Bezeichnung CD-35 2722 umkreist einen Planeten, der etwa 70 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die Entdeckung gelang mit einem Riesenteleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) und wurde als „supermerkwürdig“ beschrieben.
Details der Beobachtung
Der mögliche Exomond wurde durch die Transitmethode aufgespürt, bei der die Helligkeit eines Sterns gemessen wird, während ein Planet vor ihm vorbeizieht. Ein zusätzlicher Helligkeitseinbruch deutete auf einen Begleiter hin. „Wir haben sehr sorgfältig nach anderen Erklärungen gesucht, aber keine gefunden“, sagte ein beteiligter Forscher. Die Daten zeigen, dass der Mond etwa die Größe der Erde haben könnte.
Bedeutung für die Astrobiologie
Die Entdeckung könnte weitreichende Folgen für die Suche nach außerirdischem Leben haben. Monde gelten als vielversprechende Kandidaten, da sie flüssiges Wasser und eine schützende Atmosphäre besitzen könnten. „Ein Exomond könnte bewohnbar sein, selbst wenn der Planet selbst es nicht ist“, erklärte der Astrophysiker Dr. Michael Hippke. Die Forscher planen nun weitere Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop, um die Existenz des Mondes zu bestätigen.
Herausforderungen der Bestätigung
Die Bestätigung eines Exomonds ist extrem schwierig, da die Signale sehr schwach sind. Bisher wurden alle Kandidaten später widerlegt oder blieben unbestätigt. „Wir müssen vorsichtig sein, aber die Daten sind vielversprechend“, so die Forscher. Sollte sich die Entdeckung bestätigen, wäre es der erste bekannte Mond außerhalb unseres Sonnensystems.



