Fund in Klosterapotheke: War Cola schon im 19. Jahrhundert in Europa?
Fund in Klosterapotheke: Cola-Vorläufer aus dem 19. Jahrhundert

In der Toskana hat ein Dominikanermönch bei Aufräumarbeiten im Archiv des Klosters San Marco in Florenz ein vergilbtes Papier aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gefunden. Es handelt sich um eine Werbeanzeige für ein „stärkendes Wein-Elixier“ aus Colanüssen und Kokablättern – eine Mischung, die dem späteren Coca-Cola bemerkenswert ähnelt. Damit könnte die braune Limonade ihre Wurzeln nicht in den USA, sondern in Europa haben.

Historischer Fund im Klosterarchiv

Klostervorsteher Manuel Russo berichtete der katholischen Wochenzeitung „Toscana Oggi“ von dem Fund: „Ich bin bei der Durchsicht unseres Archivs auf die alte Werbung für dieses Elixier gestoßen.“ Daraufhin begann er, die Dokumente genauer zu untersuchen und fand heraus, dass dieses Getränk in der klostereigenen Apotheke eines der meistverkauften Produkte war. Die Apotheke Antica Farmacia di San Marco wurde bereits 1436 gegründet und versorgte die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg mit Heilkräutern und Essenzen.

Die Zusammensetzung des Elixiers

Auf dem vergilbten Blatt wird das „Elixir vinoso ricostituente“ als Tonikum beschrieben, das körperliche und geistige Erschöpfung, Kopfschmerzen sowie altersbedingte Schwächen lindern sollte. Die genaue Rezeptur: 30 Gramm Colanüsse und zehn Gramm bolivianische Kokablätter, aufgegossen mit einem Liter Alkoholmischung. Die Zutaten sollen von Missionaren aus Südamerika in die Toskana gebracht worden sein. Russo betonte jedoch: Es gebe keine Hinweise auf einen unmittelbaren Zusammenhang mit Pembertons späterer Mixtur.

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Verbindung zu Coca-Cola

Kokablätter und Colanüsse waren auch die zentralen Bestandteile des Getränks, das der Apotheker John Pemberton 1886 in den USA entwickelte. Sein „Pemberton's French Wine Coca“ – ein Kokawein – wurde später zu Coca-Cola. Als in den USA Alkohol verboten wurde, ersetzte Pemberton den Wein durch Wasser und Zuckersirup. Die genaue Rezeptur von Coca-Cola wird bis heute vom US-Konzern streng geheim gehalten. Offiziell kennen nur eine Handvoll Personen die Formel, die vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet sind und deren Identität ebenfalls geheim bleibt.

Mythen um die geheime Formel

Immer wieder ranken sich Gerüchte um die Coca-Cola-Formel. So heißt es etwa, dass das Rezept nur zwei Personen bekannt sei, die nie gemeinsam in ein Flugzeug steigen dürften – eine Behauptung, die das Unternehmen als Legende bezeichnet. Pemberton selbst soll die Formel nie schriftlich festgehalten, sondern nur mündlich weitergegeben haben. Laut Konzern wurde sie 1919 erstmals zu Papier gebracht und liegt heute in einem Hochsicherheitstresor.

Das Kloster San Marco ist berühmt für seine Fresken von Fra Angelico aus der Frührenaissance. Die dazugehörige Apotheke existiert in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr, doch der Fund zeigt, dass die Idee einer Cola-Mischung bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa bekannt war – Jahrzehnte bevor sie zum Symbol des American Way of Life wurde.

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