Feuerball über New York: Seltener Meteorit in Hillsborough eingeschlagen
Seltener Meteorit in New Yorker Vorort eingeschlagen

Am 16. Juli 2024 war am Himmel über dem Großraum New York City ein kleiner Feuerball zu beobachten, der auf die Erdoberfläche zuraste. Kurz darauf hörte ein Hausbesitzer im Vorort Hillsborough einen lauten Knall – und entdeckte ein Loch in der Decke seines Schlafzimmers. Nun, gut zwei Jahre später, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Science Advances“, dass es sich bei dem herabgestürzten Himmelskörper um einen kleinen Meteoriten handelte.

Ein seltener Fund: Der Hillsborough-Meteorit

Der Meteorit wog ursprünglich etwa 50 Kilogramm und hatte die Größe eines schweren Fluggepäckstücks, bevor er die Erdoberfläche erreichte. Der größte Teil verglühte jedoch in der Atmosphäre. Übrig blieben Fragmente, die zusammen etwas mehr als ein Kilogramm wiegen. Als die Wissenschaftler diese Reste untersuchten, stellte sich heraus, dass sie einen sogenannten kohligen Chondriten vor sich hatten. Diese nach ihrem relativ hohen Anteil an kohlenstoffhaltigen Verbindungen benannten Steinmeteoriten machen nur etwa zwei bis drei Prozent aller bisher gefundenen Meteoriten aus.

Es gibt mehrere bekannte Typen, darunter die sogenannten CM-Chondrite. Zu dieser Gruppe gehöre der in Hillsborough eingeschlagene Meteorit, sagte der Hauptautor der Studie, Peter Jenniskens, der am SETI Institute und dem Ames Research Center der NASA in Kalifornien arbeitet.

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Einzigartige Fragmente mit Wasser und Natrium

Das Team um Jenniskens erklärte, es habe in dem Hillsborough-Meteoriten einzigartige Fragmente gefunden, die reich an Wasser und Natrium waren. Natrium steckt in vielen bekannten Salzen. Zudem seien sie bei ihrer Analyse auf komplexe organische Moleküle gestoßen, berichteten die Forschenden. Sie vermuten, dass der Himmelskörper von einem größeren Objekt stammt, in dem sich zeitweise Wasser befand.

Untersuchungen legten nahe, dass kohlige Chondriten, darunter auch CM-Typen wie der Hillsborough-Meteorit, organisches Material auf die frühe Erde brachten, erklärten die an der Studie beteiligten Chemikerinnen Queenie Chan und Nana Ogawa.

Die Rolle des Hausbesitzers

Sammler haben zwar schon etliche CM-Chondrite zusammengetragen, doch die meisten dieser Objekte wurden erst lange nach ihrem Aufprall auf der Erde entdeckt. Sie waren unter anderem Feuchtigkeit ausgesetzt und befanden sich deshalb in einem veränderten Zustand. Die ursprüngliche chemische Zusammensetzung des Hillsborough-Meteoriten hingegen ist wohl zum größten Teil erhalten geblieben, weil der Besitzer des Hauses in Hillsborough sich damals offenbar vorbildlich verhielt – im wissenschaftlichen Sinn. Er habe Einweghandschuhe und Aluminiumfolie benutzt, um die Meteoritenfragmente in Glasgefäße zu legen, berichteten die Forschenden. Damit verhinderte er offenbar eine größere Kontamination der Proben.

Herkunft aus dem Asteroidengürtel

Mike Hankey von der American Meteor Society erklärte, dass Kameras an mehreren Orten den Flug des Meteoriten aufgenommen hätten. Anhand dieser Aufnahmen habe sich die Flugbahn des Himmelskörpers berechnen lassen. Die Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Meteorit aus dem unteren Bereich des Asteroidengürtels stammen könnte – dieser befindet sich zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter.

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