Bis zum 16. August können die Menschen in Nordrhein-Westfalen ein ungewöhnliches Fluggerät am Himmel beobachten: Ein mit Messtechnik vollgepackter Zeppelin des Forschungszentrums Jülich startet vom Luftschiffhangar in Mülheim an der Ruhr aus zu zweiwöchigen Messflügen. Das gab das Forschungszentrum vor dem ersten Start bekannt.
Präzise Messungen in niedriger Flughöhe
Der Zeppelin sammelt Daten zu Luftqualität, Emissionen und den Auswirkungen des Klimawandels auf Wälder und Atmosphäre. „Der Zeppelin bietet uns Möglichkeiten, die andere Forschungsplattformen nur eingeschränkt bieten können“, sagt Eva Pfannerstill vom Institute of Climate and Energy Systems am Forschungszentrum Jülich. Durch seine langsame und stabile Flugweise könne das Team hochpräzise Messungen in niedriger Flughöhe durchführen und Gebiete gezielt überfliegen, so die Professorin.
Pfannerstill untersucht, wie Umweltstress die Wechselwirkungen zwischen Wäldern und der Atmosphäre verändert. Mit hochpräzisen Atmosphärenmessungen erfasst ihr Team natürliche Spuren von Gasen aus den Wäldern. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich diese Prozesse durch den Klimawandel verändern.
Städtische Emissionsquellen im Fokus
Wissenschaftskollege Georgios Gkatzelis erforscht derweil die Rolle bislang wenig untersuchter Emissionsquellen in Städten, etwa Haushaltschemikalien. Zudem trägt der Zeppelin ein neues Windmesssystem in die Höhe. Dessen Daten werden später mit Referenzmessungen verglichen, um die Funktionsfähigkeit des Systems zu überprüfen.
Die Messkampagne ist Teil laufender Forschungsprojekte des Zentrums, das mit seiner einzigartigen Plattform einen Beitrag zum besseren Verständnis der Atmosphärenchemie und des Klimawandels leisten will.



