Im Tiergarten Kleve gibt es doppelten Grund zur Freude: Zwei Rote Pandas sind dort am 21. Juni zur Welt gekommen. Mutter Kamala und Vater Janak, die im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zusammengestellt wurden, haben für flauschigen Nachwuchs gesorgt. Der Zoo spricht von einem bedeutenden Erfolg für den internationalen Artenschutz.
Geburt unter besonderen Umständen
Die beiden Jungtiere werden derzeit noch in der Wurfhöhle von ihrer Mutter liebevoll versorgt. Tiergartenleiter Martin Polotzek betont: „Rote Pandas gelten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet als stark gefährdet.“ Die Kleinen benötigen viel Ruhe, daher wurde bislang noch kein tiermedizinischer Gesundheitscheck durchgeführt. Auch das Geschlecht der Geschwister ist noch unbekannt.
Lebensraum und Bedrohung
Rote Pandas stammen ursprünglich aus den Bergwäldern des Himalajas und Südwestchinas. Sie leben in kühlen, nebelreichen Mischwäldern mit dichtem Bambusbestand in Höhen von bis zu 4000 Metern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Bambus, aber auch Früchte, Beeren, Eier und gelegentlich Insekten stehen auf dem Speiseplan. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als „stark gefährdet“ ein. Hauptgründe sind die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums, die zunehmende Zerschneidung der Bergwälder sowie der illegale Wildtierhandel.
Haltung und Zucht im Tiergarten Kleve
Die Panda-Anlage in Kleve wurde erst 2023 eröffnet und verfügt über eine spezielle Benebelungsanlage sowie eine eigene Bambusplantage. „Die Ansprüche von Roten Pandas an ihre Haltung sind hoch“, erklärt Polotzek. Das Zuchtprogramm soll dazu beitragen, den Bestand der gefährdeten Tiere zu sichern. Für Besucher heißt es jedoch noch Geduld: Die Jungtiere werden erst in einigen Wochen zu sehen sein, wenn sie die Wurfhöhle verlassen.



