Die beiden historischen Opernhäuser im brasilianischen Amazonasgebiet, das Teatro Amazonas in Manaus und das Theatro da Paz in Belém, sind offiziell als UNESCO-Welterbe anerkannt worden. Dies gab die brasilianische UNESCO-Vertretung am 27. Juli 2026 bekannt. Unter der gemeinsamen Bezeichnung „Teatros da Amazônia“ umfasst die Welterbestätte die beiden Theater mitsamt den sie umgebenden Plätzen.
Symbol des Kautschukbooms
Die Bauwerke entstanden während des sogenannten „Goldenen Zeitalters“ Amazoniens, das durch den Kautschukboom zwischen 1879 und 1912 wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Das Theatro da Paz wurde bereits 1878 eröffnet, das Teatro Amazonas folgte 1896. Beide spiegeln den politischen und städtebaulichen Ehrgeiz der damaligen Elite wider, die sich stark an französischer und europäischer Architektur orientierte. Gleichzeitig wurden Motive aus der Amazonasregion integriert – eine Synthese, die die Theater architektonisch einzigartig macht.
Architektonische Besonderheiten
Besonders eindrucksvoll ist die Deckenmalerei im Zuschauerraum des Teatro Amazonas: Sie ist so gestaltet, dass sie dem Betrachter den Blick von unten auf den Eiffelturm in Paris suggeriert – ein klares Zeichen für die damalige Bewunderung europäischer Kultur. Die Innenräume beider Häuser sind mit aufwendigen Stuckarbeiten und Gemälden verziert, die die Pracht der Belle Époque in der abgelegenen Amazonasregion zeigen.
Nach Angaben des brasilianischen Instituts für das historische und künstlerische Erbe (Iphan) sind die beiden Theater die ersten Kulturstätten der nördlichen Region Brasiliens, die in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden. Mit dieser Entscheidung wächst die Zahl der brasilianischen Welterbestätten auf 26.
Bedeutung für den Tourismus
Das Teatro Amazonas gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Manaus und ist ein wichtiger Anziehungspunkt für internationale Touristen. Auch deutsche Reisende schätzen die Stadt als Ausgangspunkt für Amazonasreisen. Laut der staatlichen Tourismusagentur Amazonastur besuchten 2025 mehr als 4800 Touristen aus Deutschland den Bundesstaat Amazonas. Die Aufnahme in die Welterbeliste dürfte die Besucherzahlen weiter steigern.



