Die irische Schauspielerin Brenda Fricker, die 1990 als erste Irin einen Oscar gewann und einem weltweiten Publikum als gutherzige Taubenfrau aus „Kevin – Allein in New York“ in Erinnerung blieb, ist tot. Sie starb im Alter von 81 Jahren, wie ihr Agent der britischen Nachrichtenagentur PA und dem Sender RTÉ mitteilte.
Oscar für „Mein linker Fuß“ und internationale Karriere
Fricker erhielt den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Mutter des schwer behinderten Christy Brown in dem Drama „Mein linker Fuß“. In ihrer Dankesrede widmete sie die Auszeichnung „allen Menschen in Irland“, wie RTÉ am Freitag anlässlich ihres Todes erinnerte. Daniel Day-Lewis spielte die Hauptrolle des Christy Brown, an dessen Fähigkeiten nur seine Mutter glaubte.
Die Taubenlady aus „Kevin – Allein in New York“
International bekannt wurde Fricker vor allem durch ihre Rolle in der Fortsetzung des Weihnachtsklassikers „Kevin – Allein zu Haus“. In „Kevin – Allein in New York“ (1992) begegnet der von Macaulay Culkin gespielte Kevin der obdachlosen Frau, die Tauben füttert. Anfangs ein Schreckmoment, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Die Figur wurde zu einer vielgeliebten Nebenrolle.
Von „Casualty“ bis zum lesbischen Roadmovie
In Großbritannien wurde Fricker als Krankenschwester in der Dramaserie „Casualty“ bekannt, in der sie in über 60 Folgen mitwirkte. Nach ihrem Oscar-Triumph brillierte sie in Filmen wie „Das Feld“ (1990) und als Teil eines betagten lesbischen Paares im Roadmovie „Cloudburst“ (2011) neben Olympia Dukakis. Die „Irish Times“ bezeichnete sie als eine der „angesehensten Schauspielerinnen ihrer Generation“.
Rückzug und Memoiren
2014 verkündete Fricker ihren Rückzug von der Schauspielerei, kehrte aber nach sechs Jahren Pause zurück. Zuletzt veröffentlichte sie ihre Memoiren unter dem Titel „She Died Young“. Darin schrieb sie über sexuellen Missbrauch als Kind, mehrere Vergewaltigungen und ihre Liebe zur Reality-Show „The Real Housewives of Beverly Hills“. Anfang des Jahres hatte die Stadt Dublin angekündigt, ihr die Auszeichnung „Freedom of the City of Dublin“ zu verleihen.
Erinnerungen an die Dreharbeiten
In einem Interview mit dem „Guardian“ im Jahr 2025 erzählte Fricker, dass sie nach jedem Drehtag zu „Kevin – Allein in New York“ mit Taubenkot bedeckt war. Das Filmteam war im New Yorker Plaza Hotel untergebracht, wo sie eines Abends Donald Trump traf, der einen Cameo-Auftritt im Film hatte. „Es war, als wäre ich in einen Schweinestall gesprungen, aber er war sehr höflich dabei“, so Fricker. „Er sagte nur: ‚Wie läuft's?‘“



