Publikumslieblinge beim 50. Bachmann-Wettlesen: Reisinger und Toth begeistern
Publikumslieblinge beim 50. Bachmann-Wettlesen

Der 50. Bachmann-Wettlesen in Klagenfurt ist eröffnet. Am ersten Tag des dreitägigen Lesemarathons begeisterten die deutsche Autorin Jovana Reisinger und die ungarische Poetin Kinga Toth das Publikum. Reisinger erhielt viel Applaus für ihren grotesken Text über Heimat und Tod, während Toth mit einem Beitrag über wirtschaftliche Ungleichheit und Arbeitsmigration in Europa sowohl beim Publikum als auch bei der Jury punktete.

Jovana Reisinger: Groteske Heimatgeschichte mit Todesfällen

Die aus München stammende Autorin, Kolumnistin und Filmemacherin Jovana Reisinger präsentierte eine Erzählung, in der eine Frau nach einer Reihe von Todesfällen in ihrer Familie zunächst in Euphorie verfällt, dann aber in der Idylle ihres heimatlichen Alpendorfes zusehends verzweifelt. Obwohl sie sich als erste Publikumsfavoritin entpuppte, konnte sie die Fachjury nicht vollends überzeugen. Reisinger zählt zu den bekanntesten Teilnehmerinnen des diesjährigen Wettbewerbs.

Fiona Sironic: Debütroman-Autorin mit gemischter Jury-Bewertung

Ebenfalls am ersten Tag las Fiona Sironic, deren Debütroman „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ im vergangenen Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Ihr Bachmann-Beitrag über zwei unterschiedliche junge Frauen, die in einer Art Symbiose in einer verschimmelten Wohnung zusammenleben, erhielt von der Jury teils Lob, teils wurde er als banal bewertet.

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Kinga Toth: Ungarische Poetin mit starkem politischen Text

Die ungarische Poetin Kinga Toth sorgte am ersten Lesetag für Begeisterung im Publikum und viel Zustimmung bei der Jury. In ihrem Text verarbeitete sie unter anderem wirtschaftliche Ungleichheit und Arbeitsmigration in Europa. Damit gelang es ihr, sowohl die Fachjury als auch das Publikum gleichermaßen zu überzeugen.

Wettbewerbsdetails: 30.000 Euro Preisgeld und Jubiläum

Insgesamt kämpfen 14 Autorinnen und Autoren bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur live im Fernsehen (3sat) um den renommierten Bachmann-Preis. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stadt Klagenfurt wird nach dem dreitägigen Lesemarathon am Sonntag von der Jury verliehen. Daneben werden auch weitere Jurypreise sowie ein Publikumspreis vergeben. Im Vorjahr erhielt die österreichische Sprachkünstlerin Natascha Gangl die Auszeichnung.

Der Beginn des Wettlesens fällt in diesem Jahr auf den 100. Geburtstag der Namensgeberin Ingeborg Bachmann. Die österreichische Literatin (1926–1973) gilt mit ihren Gedichten und Prosawerken wie „Malina“ als eine der wichtigsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Jubiläumsausgabe des Wettbewerbs unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Literaturförderung in Klagenfurt.

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