Eine außergewöhnliche Jugendstil-Vase aus der Werkstatt von Émile Gallé hat sich am 9. Juli 2026 in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ zum Höhepunkt entwickelt. Ein Ehepaar aus Frammersbach im Spessart brachte das Stück aus dem Nachlass der Mutter mit zu Horst Lichter, nachdem es bewusst zur genaueren Prüfung aufbewahrt worden war.
Expertise enthüllt seltene Techniken
In der Expertise identifizierte der Experte die Signatur „Cristallerie de Gallé à Nancy“ am Unterboden. Die Vase kombiniert mehrere aufwendige Techniken: farbloses Glas mit schwarzer Patinage, bernsteinfarbener Überfang und ein markanter rubinroter Glasauftrag. Zusätzlich liegt eine handgehämmerte Silberblechauflage wie ein Netz über dem Korpus. Besonders auffällig sind grünliche Verfärbungen am Rand, die bei der Anpassung der Silberauflage durch Hitze entstanden sind. Diese Produktionsspur wird als selten und für Sammler interessant beschrieben, da sie Einblicke in die Werkstattprozesse bietet.
Stilistische Einordnung und Wert
Die Vase wird stilistisch auf die Jahre 1897 bis 1900 datiert und einer Phase intensiver Experimente im Jugendstil zugeordnet. Die Expertise setzte den Wert auf 1.800 bis 2.500 Euro. Im Händlerraum begann die Auktion bei 300 Euro und steigerte sich in schnellen Schritten. Mehrere Gebote trieben den Preis über 1.000 Euro hinaus, bis die genannte Expertise-Spanne erreicht wurde. In der entscheidenden Phase fielen Gebote bis 2.500 Euro, bevor ein weiteres Angebot von 2.550 Euro den Zuschlag brachte. Damit wurde die Vase am oberen Ende der Expertise verkauft.
Weitere Raritäten der Sendung
Hier eine Übersicht der weiteren Raritäten aus der heutigen Sendung und die Einschätzung des Expertenteams von „Bares für Rares“:
- Bauchladen „Heiße Würstchen“: Tragbarer Verkaufskasten mit Spiritusbrenner und Sütterlin-Beschriftung aus Gastronomieauflösung in Ravensburg; restauriert seit 1989. Datierung 1930er bis 1950er Jahre. Die Expertise schätzt das Stück auf 180–250 €.
- Diamant-Weißgoldring: 750er-Weißgoldring mit rund 2,8 Karat Altschliffdiamanten aus Berliner Goldschmiede; aus Familienbesitz. Die Expertenschätzung beträgt 1.800–2.000 €.
- Staedtler-Schaukasten: Werbe-Collage zum Herstellungsprozess eines Bleistifts, beim Dachbodenfund gerettet; datiert in die 1960er bis frühen 1970er Jahre. Bei der Expertise wird der Schaukasten auf 150–200 € geschätzt.
- Brosche in Federform: Eine große Goldbrosche mit rund 30 Diamanten, stilistisch den 1950er bis 1960er Jahren zugeordnet; aus Familienbesitz. Die Expertenschätzung beläuft sich auf 1.200–1.400 €.
Ob und für wie viel Geld die weiteren Stücke über den Händlertresen gingen, erfahren Sie in der heutigen Folge von „Bares für Rares“ im ZDF.



