Die Stadt Bad Wörishofen möchte im Jahr 2026 offiziell den Titel „Rosenstadt“ tragen. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung ein Konzept vorgelegt, das unter anderem einen Rosenkongress, einen Rosenwettbewerb und die Wahl einer Rosenkönigin vorsieht. Auch die Herstellung einer eigenen Rosenmarmelade ist geplant.
Hintergrund ist eine langjährige Tradition: Bereits seit den 1970er-Jahren wird Bad Wörishofen als Rosenstadt bezeichnet. Zahlreiche Rosenbeete im Kurpark, an öffentlichen Gebäuden und in den Grünanlagen prägen das Bild. Mit einer neuen Offensive soll diese Identität jungen Menschen und Besuchern nähergebracht werden.
Rosenkongress 2026: Fachleute tagen in Bad Wörishofen
Der geplante Rosenkongress soll im Zentrum der Aktivitäten stehen. Er richtet sich an Botaniker, Landschaftsarchitekten, Gärtner und Rosenfreunde aus ganz Deutschland. Geplant sind Vorträge und Workshops zu Themen wie Resistenzzüchtung, nachhaltige Pflege und Gestaltung von öffentlichen Grünflächen.
Die Organisatoren hoffen auf mehrere hundert Teilnehmende. Der Kongress soll eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis werden. Auch internationale Referenten werden erwartet, weil das Thema Rosen zunehmend mit Klimaanpassung verbunden wird.
Rosenwettbewerb: Die schönste Rose des Jahres
Parallel zum Kongress findet ein Rosenwettbewerb statt, der sich an Profis und Hobbygärtner richtet. Zugelassen sind sowohl Einzelrosen als auch ganze Beete. Eine Jury bewertet nach Kriterien wie Blühfülle, Duft und Vitalität.
Besonderes Augenmerk liegt auf neuen Sorten, die für den Klimawandel geeignet sind. Diese sollen auf einer eigenen Schaufläche präsentiert werden. Der Sieger erhält einen Preis in Höhe von 2.000 Euro. Insgesamt werden Sachpreise im Wert von über 10.000 Euro ausgeschüttet.
Rosenkönigin: Bad Wörishofens Botschafterin für ein Jahr
Ein weiterer Höhepunkt ist die Wahl der Rosenkönigin. Bewerben können sich junge Frauen aus der Region, die Lust haben, die Stadt bei öffentlichen Auftritten zu repräsentieren. Die Wahl soll im Frühjahr 2026 beim „Fest der Rosen“ stattfinden.
Die Königin trägt ein Jahr lang den Titel und besucht unter anderem Messen, Gartenausstellungen und Empfänge. Die Stadt stellt dafür eine Begleitung und eine Garderobe bereit. Die Ausbildung erfolgt durch erfahrene Moderatoren.
Rosenmarmelade: Ein Stück Bad Wörishofen zum Mitnehmen
Kulinarisch soll die Rosenstadt-Initiative durch ein eigenes Produkt untermauert werden: eine handwerklich hergestellte Rosenmarmelade. Sie wird in Kooperation mit einem regionalen Erzeuger entwickelt und soll in den Läden der Innenstadt verkauft werden.
Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass Produkte mit Rosenaroma bei Touristen gut ankommen. Denkbar sind auch Rosenbonbons oder Rosenhonig. Das Angebot könnte die Markenidentität der Stadt stärken.
Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft
Die Initiative ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Bad Wörishofen verzeichnet bereits heute rund 3,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr. Mit dem Titel „Rosenstadt 2026“ erhofft sich die Stadt eine Steigerung der Bekanntheit und eine zusätzliche Nachfrage im Umfeld der geplanten Veranstaltungen.
Zudem sollen die Pflanzflächen erweitert werden. Nach einer Zählung der Stadtverwaltung existieren derzeit mehr als 30.000 Rosenstöcke im gesamten Stadtgebiet. Bis 2026 sollen es 10.000 weitere werden. Insbesondere an den Zufahrtsstraßen und im Kurviertel sind neue Pflanzungen geplant.
Die Finanzierung erfolgt aus dem städtischen Haushalt. Für die Maßnahmen sind insgesamt rund 500.000 Euro veranschlagt. Zuschüsse werden bei der Europäischen Union sowie beim Freistaat Bayern beantragt.
Der Fahrplan bis 2026
Die Bewerbung selbst wird bereits im kommenden Jahr eingereicht. Danach prüfen die Gutachter die Kriterien wie Anzahl und Zustand der Rosenanlagen. Eine Entscheidung wird im Herbst 2025 erwartet.
Bis dahin möchte die Stadt die Bevölkerung einbinden. Geplant sind Pflanzaktionen mit Schulen und Vereinen. Zudem wird ein „Rosenpass“ eingeführt, der dazu einlädt, alle Rosengärten der Stadt zu erkunden.
Bad Wörishofen ist überzeugt, mit dem Konzept die Jury zu überzeugen. Die Kombination aus Pflege, Kultur und regionaler Küche sei einzigartig in Bayern.



