Französische Kammermusik: Esprit de Paris mit tragischen Untertönen
Französische Kammermusik: Esprit de Paris mit tragischen Untertönen

Die französische Kammermusik erlebt in Berlin eine besondere Aufführung: Unter dem Titel „Esprit de Paris“ präsentieren international renommierte Musiker ein Programm, das die Leichtigkeit und Eleganz der Pariser Musikszene einfängt, jedoch auch von tragischen Untertönen durchzogen ist. Das Konzert findet im Rahmen einer Konzertreihe statt, die sich der französischen Musik des 20. Jahrhunderts widmet.

Programm: Von Ravel bis Debussy

Das Programm umfasst Werke von Maurice Ravel, Claude Debussy, Gabriel Fauré und César Franck. Besonders Ravels „Introduction et Allegro“ für Harfe, Flöte, Klarinette und Streichquartett steht im Mittelpunkt. Dieses Stück, das 1905 uraufgeführt wurde, verbindet impressionistische Klangfarben mit einer melancholischen Grundstimmung. Die Harfenistin Marie-Pierre Langlamet, Soloharfenistin der Berliner Philharmoniker, wird das Werk interpretieren. „Ravels Musik ist wie ein Spaziergang durch Paris – mal heiter, mal nachdenklich“, so Langlamet laut Programmheft.

Die Künstler: Internationale Besetzung

Neben Langlamet wirken der Flötist Emmanuel Pahud, der Klarinettist Andreas Ottensamer und das Philharmonia Quartett Berlin mit. Die Kombination dieser Instrumente verleiht dem Konzert eine besondere Klangdichte. Pahud, ebenfalls Soloflötist der Berliner Philharmoniker, betont: „Die französische Kammermusik lebt von der Nuance – jeder Ton trägt eine Geschichte in sich.“ Die Musiker haben bereits mehrfach zusammengearbeitet, unter anderem bei Aufnahmen für das Label Deutsche Grammophon.

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Der tragische Unterton: Ein Spiegel der Zeit

Die „tragischen Untertöne“ des Konzerts beziehen sich auf die historischen Hintergründe der Werke. So entstanden viele Stücke in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Umbrüche: Der Erste Weltkrieg und die Spanische Grippe prägten die Jahre um 1918. Debussys Sonate für Flöte, Viola und Harfe (1915) etwa entstand während des Krieges und spiegelt eine düstere Stimmung wider. „Die Musik ist nicht nur schön, sie ist auch ein Dokument ihrer Zeit“, erklärt die Musikwissenschaftlerin Dr. Sabine Meine von der Universität der Künste Berlin.

Aufführungsort und Termin

Das Konzert findet am 12. Dezember 2024 um 20 Uhr im Pierre-Boulez-Saal des Barenboim-Said Akademie in Berlin statt. Karten sind ab 35 Euro erhältlich. Veranstalter ist die Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit dem Institut Français. Die Reihe „Esprit de Paris“ wird seit 2019 jährlich ausgerichtet und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Rezeption und Kritik

Bereits im Vorfeld zeigt sich die Presse begeistert: Die „Berliner Zeitung“ lobt die „feinsinnige Auswahl“ der Stücke, während der „Tagesspiegel“ die „virtuose Besetzung“ hervorhebt. Ein Kritiker des „Deutschlandfunks“ schreibt: „Hier wird Kammermusik zum Erlebnis – nicht nur für Kenner, sondern für alle, die sich von Klängen verzaubern lassen wollen.“ Das Konzert verspricht, ein Höhepunkt der Berliner Kultursaison zu werden.

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