John Carpenter verrät: Horror-Ideen aus Bowling Green, Kentucky
Horror-Ideen aus Bowling Green: John Carpenter packt aus

Der legendäre Horrorregisseur John Carpenter, 78, hat in einem Interview mit dem Guardian enthüllt, dass seine schaurigsten Ideen aus seiner Kindheit in Bowling Green, Kentucky, stammen. Der Regisseur von Klassikern wie Halloween, The Fog und Die Klapperschlange betonte, dass die Erfahrungen im rassistisch geprägten Süden der USA ihn nachhaltig geprägt haben.

Die Wurzeln des Bösen: Jim-Crow-Süden als Inspiration

Carpenter wurde 1948 im Norden des US-Bundesstaats New York geboren, zog jedoch im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Kentucky. Sein Vater, ein Musiklehrer, hatte eine Stelle an der Western Kentucky University angenommen. Der Umzug in den tiefen Süden war ein Kulturschock. „Es war der Jim-Crow-Süden der Fünfzigerjahre. Mann, da waren wir völlig fehl am Platz“, erinnerte sich Carpenter. „Alles, was ich über das Böse weiß, habe ich in dieser kleinen Stadt namens Bowling Green in Kentucky gelernt.“

Rassismus und Gewalt als prägende Erfahrungen

Die Jim-Crow-Gesetze sorgten für eine systematische Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Carpenter beobachtete die rücksichtslose Grausamkeit der Menschen. „Ich habe gesehen, wie rücksichtslos und grausam Menschen miteinander umgehen können“, sagte er einmal. Aber auch er selbst wurde Opfer von Gewalt – wegen seiner Geige. Sein Vater hatte ihn ermutigt, das Instrument zu lernen. „Als ich morgens mit der Geige unter dem Arm zur Schule ging, beschlossen diese Landjungs in Kentucky, dass ich ein tolles Opfer für Schläge war. Mit meiner Geige war ich ein Ziel für Gewalt“, erzählte Carpenter. Er habe die Geige gehasst.

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Paradies und Einsamkeit: Die ambivalente Erinnerung

Trotz der schlimmen Erfahrungen denkt Carpenter nicht nur negativ an Bowling Green zurück. Er erinnerte sich an das angenehme Leben auf dem Campus der Universität. „Ich nehme an, dass sich das meiste davon, wer ich bin und woran ich glaube, herauskristallisiert hat, als ich nach dem Abendessen auf dem Gelände des Kentucky Building herumspazierte, als die Sonne unterging“, erzählte Carpenter. „Ich glaube nicht, dass ich in meinem ganzen Leben schon einmal an einem schöneren Ort gewesen bin.“ Er habe damals viel über Leben und Tod, Menschen, Schönheit, Grausamkeit und Angst nachgedacht. „Ich war ein Einzelgänger, aber ich bin in einem Paradies aufgewachsen. So bin ich irgendwie zu dem geworden, der ich heute bin.“

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