Hinter der Open-Air-Bühne, die sich das Deutsche Theater für den Sommer in den Hof gebaut hat, erstreckt sich die Rückseite des Hauses mit einer Reihe von Fenstern. In einem davon ist ein Fernseher zu sehen, auf dem das Spiel Deutschland gegen Elfenbeinküste läuft. Zu weit weg, um wirklich etwas vom Geschehen auf dem Rasen mitzubekommen. Aber nah genug, um als kleines Störfeuer der Gegenwart von der Kunst abzulenken, die auf der Bretterbühne gegen das tropische Klima ankämpft.
Heitere Flucht vor der Realität
Die Lange Nacht der Autor*innen im Deutschen Theater bot in diesem Jahr vor allem eines: eine Flucht vor den ernsten Dramen der Wirklichkeit. Statt politischer oder gesellschaftlicher Konflikte standen leichte, spaßige Stücke im Mittelpunkt, die das Publikum zum Lachen bringen sollten. Die Dramatiker schienen sich bewusst gegen die aktuellen Krisen zu stemmen und setzten auf Unterhaltung statt auf Tiefgang.
Keine langfristigen Karrieren in Sicht
Doch so unterhaltsam die Stücke auch waren, eine längere Karriere ist ihnen nach Einschätzung von Kritikern kaum beschieden. Patrick Wildermann, der die Veranstaltung besuchte, merkt an: „Dass eins der Stücke eine längere Karriere hinlegt, ist unwahrscheinlich.“ Die Werke blieben weitgehend ephemere Vergnügungen, die zwar den Abend erhellten, aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterließen.
Open-Air-Bühne als besondere Herausforderung
Die Open-Air-Bühne im Hof des Deutschen Theaters bot eine reizvolle Kulisse, aber auch Herausforderungen. Das tropische Klima machte den Schauspielern zu schaffen, und die Ablenkung durch das laufende Fußballspiel im Hintergrund war ein weiteres Störfeuer der Realität, das die Kunst immer wieder einholte. Dennoch gelang es den Autor*innen, das Publikum mit ihren heiteren Stücken zu fesseln und für einige Stunden die Sorgen des Alltags vergessen zu lassen.



