Pete Docter, Kreativchef von Pixar, hat auch nach Jahrzehnten im Geschäft immer noch mit Selbstzweifeln zu kämpfen. „Bei jedem Film denke ich: Ich kann das nicht“, gesteht der 56-Jährige im Interview mit der Funke Mediengruppe. Anlass ist der Start von „Toy Story 5“, der am 10. Juli 2026 in die deutschen Kinos kommt.
Die Angst vor dem leeren Blatt
Docter beschreibt den kreativen Prozess als ständigen Kampf. „Es ist jedes Mal wieder so, als müsste ich bei null anfangen. Man hat das Gefühl, dass einem nie wieder etwas Gutes einfällt.“ Diese Erfahrung teile er mit vielen Kollegen. „Aber genau diese Verletzlichkeit treibt uns an, besser zu werden.“
Der fünfte Teil der erfolgreichen Spielzeug-Saga stellt die Figuren vor neue Herausforderungen. Diesmal geht es um die Konkurrenz durch digitale Geräte. „Die Kinderzimmer von heute sind voller Tablets und Smartphones. Das klassische Spielzeug hat es schwer“, erklärt Docter. „Wir wollten zeigen, wie Woody und Buzz damit umgehen.“
Technikkritik im Kinderzimmer
Im Film wird thematisiert, wie sehr elektronische Geräte die Fantasie der Kinder einschränken. „Es ist eine große Gefahr, dass Kinder nur noch konsumieren, statt selbst kreativ zu werden“, warnt Docter. „Ein Tablet kann nie das Gefühl ersetzen, wenn man mit den Händen etwas baut oder sich eigene Geschichten ausdenkt.“
Der Pixar-Chef betont, dass der Film keine pauschale Technikfeindlichkeit vermitteln wolle. „Es geht um Balance. Technik ist nicht böse, aber sie sollte das echte Spielen nicht verdrängen.“ In „Toy Story 5“ erleben die Spielzeuge, wie ein neues digitales Haustier die Aufmerksamkeit des Kindes monopolisiert.
Selbstzweifel als Antrieb
Docter, der unter anderem für Klassiker wie „Alles steht Kopf“ und „Oben“ verantwortlich ist, sieht in seiner Unsicherheit eine Stärke. „Wenn man denkt, man kann es nicht, dann strengt man sich mehr an. Man hinterfragt jede Entscheidung und sucht nach dem besten Weg.“ Diese Haltung habe Pixar groß gemacht. „Wir wollen uns nie auf dem Erfolg ausruhen.“
Auf die Frage, ob „Toy Story 5“ der letzte Teil der Reihe sei, antwortet Docter ausweichend: „Man sollte nie nie sagen. Aber wir haben das Gefühl, dass die Geschichte einen runden Abschluss gefunden hat. Wenn es weitergeht, dann nur mit einer wirklich guten Idee.“
Pixars Zukunft
Neben „Toy Story 5“ arbeitet das Studio an mehreren neuen Projekten. „Wir haben viele Ideen, die uns begeistern. Aber ich verrate noch nichts“, sagt Docter geheimnisvoll. Fest stehe, dass Pixar weiterhin originelle Geschichten erzählen wolle. „Das Publikum erwartet von uns etwas Besonderes. Diesem Anspruch wollen wir gerecht werden.“



