Am Donnerstag wurde in der Brandenburger Straße in Potsdam der Lieblingsfilm der Stadt verewigt. Die Granitplatte zur Defa-Produktion „Ich war Neunzehn“ (1968) von Konrad Wolf wurde als einzige Platte mit roter Farbe und einem kleinen Herz verlegt. Sie liegt auf Höhe des Eingangs zum Galeria-Kaufhaus.
55 Filme auf dem Boulevard
Mit der Neugestaltung der Brandenburger Straße entsteht ein „Boulevard des Films“. Insgesamt 55 Produktionen aus Babelsberg und der Region werden mit Granitplatten im neuen Pflaster gewürdigt. Eine Jury hatte aus rund 1000 Filmtiteln die Auswahl getroffen. In einer Online-Umfrage durften die Potsdamer ihren Favoriten bestimmen – mit klarem Sieg für „Ich war Neunzehn“. Der Film erzählt aus der Perspektive des Regisseurs Konrad Wolf von seinen eigenen Kriegserlebnissen als junger Soldat der Roten Armee.
Weitere Platten folgen
In den nächsten Tagen werden im Bauabschnitt, der bis Ende August fertiggestellt werden soll, weitere Filmtitel verlegt. Darunter Klassiker wie „Der Kongress tanzt“ (1931), „Die Legende von Paul und Paula“ (1973) und „Heißer Sommer“ (1967). Bereits vor zwei Jahren war mit dem Potsdamer Regisseur Andreas Dresen die erste Platte für seinen Film „Halt auf freier Strecke“ (2011) enthüllt worden. Die vollständige Liste umfasst unter anderem „Die Feuerzangenbowle“, „Die Mörder sind unter uns“, „Das kalte Herz“, „Die Geschichte vom kleinen Muck“, „Spur der Steine“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ sowie neuere Werke wie „Der Vorleser“, „Inglourious Basterds“, „Bridge of Spies“, „Grand Budapest Hotel“ und „Babylon Berlin“.
Einmaliges Verfahren
Der „Boulevard des Films“ ist ein Projekt des Bereichs Marketing der Stadt Potsdam und wurde im Zuge der Bewerbung um den Titel „Unesco Creative City of Film“ konkretisiert. Auf den ersten verlegten Granitplatten hatte sich der Farbauftrag bereits abgenutzt. „Für die neuen Steine wurde ein anderes Verfahren für die Beschriftung gewählt. Das alles sei neu und bislang einmalig“, sagte Suzanne Kluge, städtische Projektleiterin der Sanierung der Brandenburger Straße. Jede Platte trägt zudem den Aufdruck „Potsdam. City of films“.



