Samanta Schweblin gewinnt ersten Aena-Literaturpreis mit einer Million Euro
Samanta Schweblin gewinnt ersten Aena-Literaturpreis mit einer Million Euro

Die in Berlin lebende argentinische Autorin Samanta Schweblin hat den erstmals vergebenen Aena-Literaturpreis in Spanien gewonnen. Die 48-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihren Erzählungsband „Das gute Übel“, der auf Deutsch im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. Das Werk wurde zum besten spanischsprachigen Buch des Jahres 2025 gewählt.

Der mit einer Million Euro dotierte „Premio Aena“ ist zusammen mit dem traditionsreichen Planeta-Preis die höchstdotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Schweblins Band „El buen mal“ umfasst mehrere Erzählungen, darunter die Geschichte einer Mutter, die nach einem gescheiterten Suizidversuch nach Hause zurückkehrt, um das Abendessen zuzubereiten.

Die Zeitung „El País“ bezeichnete das Buch als „Katalog der Einsamkeiten“, in dem die Nähe der Menschen, die diese Einsamkeit lindern könnten, zugleich schmerzlich spürbar ist. Der Suhrkamp-Verlag spricht von „gestochen scharfen Horrorgeschichten“, in denen „uns die Monster des Alltäglichen so nahe kommen, dass wir ihren Atem im Nacken spüren“.

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Schweblin, 1978 in Buenos Aires geboren und seit 2012 in Berlin lebend, gilt als eine der profiliertesten zeitgenössischen Autorinnen Lateinamerikas. Sie stand bereits zweimal auf der Shortlist für den International Booker Prize und gewann 2008 den Premio Casa de las Américas für ihren Erzählungsband „Die Wahrheit über die Zukunft“. Ihre Bücher sind in 25 Sprachen übersetzt.

In ihrer Dankesrede hob Schweblin hervor, dass Literaturpreise überwiegend Romane auszeichnen und nur „sehr selten“ eine Kurzgeschichtenautorin wie die Nobelpreisträgerin Alice Munro. Die Wahl ihres Buches sei daher eine „Absichtserklärung“ der Jury zur Unterstützung der Kurzgeschichten. In einer Zeit, in der die Welt „scheinbar auseinanderfällt“, müsse man auf die Literatur als Gegenkraft zu Krieg und Gewalt setzen.

Der Aena-Preis hatte in den vergangenen Wochen in Spanien für Debatten gesorgt, sowohl wegen seiner Trägerschaft durch die staatlich beteiligte Flughafenbetreibergesellschaft Aena als auch wegen der hohen Dotierung. Aena-Präsident Maurici Lucena Betriu entgegnete: „Ist eine Million für ein Buch zu viel, wenn Fußballstars wie Cristiano Ronaldo 200 Millionen im Jahr verdienen?“

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