Elektromobilität ist bei Autos in aller Munde – doch auch die Zweiradwelt von Rollern und Motorrädern steht zunehmend unter Strom. Immer mehr Modelle kommen auf den Markt, von Retro-Designs bis zu Hightech-Sportmaschinen. Eine aktuelle Auswahl zeigt die Bandbreite: vom leichten E-Roller für die Stadt bis zum leistungsstarken Elektromotorrad mit über 200 km/h Spitze.
Retro-Design trifft auf Elektroantrieb
Die Black Tea Wildfire kombiniert Retro-Scrambler-Design mit moderner Elektrotechnik. Das Münchner Startup setzt auf einen genieteten Edelstahlrahmen im Flugzeugbau-Stil, herausnehmbare Samsung-Akkus und einen Radnabenmotor mit bis zu 34 kW/46 PS. Je nach Akku-Konfiguration sind bis zu 260 Kilometer (mit zwei Akkus) Reichweite möglich, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 125 km/h. Typ-2-Laden mit bis zu 9 kW, Apple CarPlay, Android Auto und ein Gewicht von rund 130 Kilogramm runden das Paket ab. Die Preise starten bei rund 8.290 Euro.
Royal Enfield Flying Flea C6 startet als elektrische Interpretation der historischen Flying Flea. Die E-Maschine kombiniert klassisches Design mit Trapez-Gabel, Magnesium-Batteriegehäuse und Connectivity-System. Der Elektromotor leistet 15,4 kW/21 PS, die 3,9-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 154 Kilometer Reichweite. Mit 124 Kilogramm Gewicht, 115 km/h Spitze und fünf Fahrmodi richtet sie sich an urbane Fahrer mit Stilbewusstsein. Preis ab 5.500 Euro.
Die LiveWire S2 Del Mar verbindet historische Motorrad-Renn-Optik mit moderner Elektrotechnik. Der E-Motor leistet 63 kW/84 PS, liefert bis zu 263 Nm Drehmoment und beschleunigt in rund drei Sekunden auf 100 km/h. Die 10,5-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 194 Kilometer Stadt-Reichweite (146 Kilometer Norm), geladen wird per Level-2-Ladung in rund 78 Minuten auf 80 Prozent. Mit 165 km/h Spitze, sechs Fahrmodi und 198 Kilogramm Gewicht zählt die S2 Del Mar zu den dynamischsten Elektromotorrädern ihrer Klasse. Der Preis startet bei rund 12.290 Euro.
Sportliche Naked Bikes und Supersportler
Das urbane Naked Bike Can-Am Pulse kombiniert kompaktes Design mit einem flüssigkeitsgekühlten 8,9-kWh-Akku, aktivem Thermomanagement und einem Elektromotor mit 35 kW/48 PS. Die Pulse beschleunigt auf bis zu 129 km/h und fährt bis zu 160 Kilometer weit. Dank niedrigem Schwerpunkt, 177 Kilogramm Gewicht, 10,25-Zoll-Touchscreen, Apple CarPlay, sechs Fahrmodi und Schnellladung richtet sie sich an urbane Pendler. Der Preis startet bei rund 12.899 Euro. Mit dem Modell Origin bietet Can-Am eine Stadt-Enduro mit ähnlicher Technik ab 13.499 Euro an.
Die Honda WN7 ist Hondas erstes echtes Elektro-Naked-Bike in der Mittelklasse. Mit 9,3-kWh-Batterie erreicht sie rund 140 Kilometer Reichweite, der E-Motor leistet bis zu 50 kW/68 PS. CCS-Schnellladen von 20 auf 80 Prozent gelingt in etwa 30 Minuten. Preislich startet die WN7 bei rund 15.409 Euro.
Das Sportmotorrad Ultraviolette F77 Mach 2 Recon aus Indien bietet vier Fahrmodi, ein aggressives Design und eine 10,3-kWh-Batterie. Damit erreicht es eine Reichweite von bis zu 231 Kilometern im Stadtverkehr und 143 Kilometern im Normzyklus. Der Elektromotor leistet 30 kW/40 PS und beschleunigt die F77 in 2,8 Sekunden auf 60 km/h. Mit 155 km/h Spitze, Radar-Assistenzsystemen, Traktionskontrolle und Connectivity positioniert sie sich als Sportbike. Preis ab rund 10.000 Euro.
Die Verge TS Pro beeindruckt mit einem nabenlosen Donut-Hinterradmotor, der direkt im Hinterrad sitzt und bis zu 1.000 Nm Drehmoment liefert. Der Sportler beschleunigt in 3,5 Sekunden auf 100 km/h, erreicht 200 km/h Spitze und bietet je nach Akku bis zu 600 Kilometer Reichweite. Dank CCS-Schnellladen sollen sich in nur zehn Minuten rund 300 Kilometer nachladen lassen. Zusätzlich setzt Verge auf Feststoffbatterie-Technologie und ein vernetztes Softwaresystem. Preis ab 36.581 Euro.
Praktische Roller und urbane Leichtkrafträder
Die Honda CUV e: ist ein kompakter Elektro-Roller mit modularer Elektromobilität. Zwei entnehmbare Power-Pack-e-Akkus liefern rund 2,6 kWh Kapazität und ermöglichen etwa 70 bis 80 Kilometer Reichweite im Stadtverkehr. Der E-Motor leistet 6 kW/8 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 83 km/h. Praktisch sind niedriger Einstieg, Alltagstauglichkeit, Rückwärtsgang-Funktion und Connectivity über TFT-Display. Preis 5.029 Euro.
Die NIU RQi Sport bietet zwei herausnehmbare 72-Volt-Lithium-Ionen-Akkus und ermöglicht bis zu 105 Kilometer Reichweite. Der Mittelmotor leistet 7,5 kW/10,2 PS und beschleunigt die Maschine in 2,9 Sekunden auf 50 km/h. Mit 110 km/h Spitze, Brembo-Bremsen, ABS, Traktionskontrolle und umfangreicher Connectivity richtet sie sich an Pendler. Der Preis startet bei rund 6.999 Euro.
Der Trinity Jupiter GT 300 startet 2026 als leistungsstarker E-Maxi-Scooter in der 125er-Klasse. Mit bis zu 17 kW/23 PS Spitzenleistung, rund 120 km/h Höchstgeschwindigkeit und einem 11,2-kWh-Akku erreicht er bis zu 300 Kilometer Reichweite. ABS, Traktionskontrolle, Touchscreen mit CarPlay/Android Auto sowie Schnelllade- und Komfortfeatures machen ihn zu einem praktischen Großroller. Preis ab etwa 8.648 Euro.
Der Yamaha Neo's ist ein kompakter Einstieg in die elektrische 50er-Klasse für urbane Kurzstrecken. Der E-Roller wird von einem 2,3 kW starken Radnabenmotor angetrieben und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Zwei entnehmbare Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen je nach Fahrweise rund 50 bis zu 68 Kilometer Reichweite. Mit niedrigem Gewicht und klassischem Rollerdesign ist er eine unkomplizierte Lösung für die Stadt. Preis 3.274 Euro.
Der Zero LS1 bringt Motorradtechnik ins urbane Roller-Segment. Zwei herausnehmbare Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen bis zu 112 Kilometer Reichweite, optional 173 Kilometer. Der Elektromotor leistet 8,4 kW/11,4 PS, liefert 51 Nm Drehmoment und kombiniert modernes Connectivity-System mit agilem Stadtfahrverhalten. Preis ab 5.185 Euro.
Mit dem Silence S05 Weekender erweitert der spanische Hersteller sein Portfolio um ein E-Leichtmotorrad. Die Maschine kombiniert Alltagstauglichkeit mit leichtem Adventure-Look und erreicht bis zu 110 km/h. Der herausnehmbare 5,6-kWh-Akku ermöglicht rund 133 Kilometer Reichweite, während ABS, 7-Zoll-Touchscreen und Helmfach den S05 auf moderne Stadtmobilität ausrichten. Preis ab 3.500 Euro.
Kawasaki Ninja e-1 und Z e-1 sind Kawasakis Einstieg in die E-Sportbike-Welt. Zwei entnehmbare 1,5-kWh-Akkus liefern zusammen rund 3,0 kWh und ermöglichen je nach Fahrmodus etwa 50 bis zu 80 Kilometer Reichweite. Der E-Motor leistet bis zu 9 kW/12 PS mit kurzfristigem Boost, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 99 km/h. Geladen wird über Haushaltssteckdose oder externe Ladegeräte, das Gewicht bleibt mit etwa 140 Kilogramm niedrig. Die Ninja e-1 startet bei 6.595 Euro, die Enduro Z e-1 kostet mindestens 5.995 Euro.
Die Novus One verbindet die Leichtigkeit eines E-Bikes mit der Performance eines Motorrads. Auffälligstes Merkmal ist der futuristische Carbon-Monocoque-Rahmen mit freiem Mittelteil. Der Radnabenmotor leistet bis zu 25 kW/34 PS, liefert bis zu 400 Nm Drehmoment und beschleunigt das 121 Kilogramm leichte E-Bike in 1,9 Sekunden auf 50 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie ermöglicht zwischen 130 und 150 Kilometer Reichweite in der Stadt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Der Preis der limitierten Founders Edition startet bei rund 25.300 Euro.
Insgesamt zeigt die Vielfalt der Modelle, dass Elektromobilität auf zwei Rädern für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas bietet – vom günstigen E-Roller bis zum Hightech-Sportbike.



