Leicht verschwommen und weichgezeichnet stehen dunkle Bäume vor himmelblauem Grund oder ragt eine orange-rosa eingefärbte Bergkuppe hinter einem Waldrand hervor. Auf den ersten Blick wirken die beiden neuen Landschaftsbilder des Künstlertrios Troika in der Galerie von Max Goelitz vertraut und verführerisch. Doch je näher man tritt, desto stärker entfaltet sich der vibrierende Verfremdungseffekt, der sich als wellenförmige Struktur über die Motive legt. Auch ohne Erklärung vermittelt der poetische Titel der Werkgruppe sofort eine Ahnung dessen, worum es geht: „To Find What You Are Not Looking For.“
Brillanter Auftritt des Londoner Trios
Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich die Galerie Max Goelitz aus Berlin. Künftig wird sie sich auf ihren Stammsitz München konzentrieren. Die Schau zeigt Werke, die den charakteristischen Stil von Troika unterstreichen: eine Verbindung von Malerei und digitaler Bildbearbeitung, die das Sehen selbst thematisiert. Die Künstlergruppe, bestehend aus Eva Rucki, Conny Freyer und Sebastien Noel, ist bekannt für ihre Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und Technologie.
Verfremdung als künstlerisches Prinzip
Die wellenförmige Struktur, die sich über die Landschaften legt, erinnert an die Ästhetik von Bildstörungen oder digitalen Fehlern. Dieses Prinzip der Verfremdung zieht sich durch die gesamte Ausstellung. Die Betrachter werden dazu eingeladen, das Vertraute neu zu sehen und die Mechanismen der Wahrnehmung zu hinterfragen. Die Galerie Max Goelitz hat mit dieser letzten Berliner Ausstellung ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt, bevor sie sich ganz auf München konzentriert.



