Woid Woife rechnet mit Internet-Hassern ab: „Sei kein Depp“
Woid Woife rechnet mit Internet-Hassern ab

Bodenmais (Bayern) – Arbeitsunfall, Bandscheibenvorfall, drei Schlaganfälle: Das Leben von Wolfgang Schreil (51), den alle nur „Woid Woife“ nennen, hätte ganz anders verlaufen können. Statt aufzugeben, wurde der Bayer zum wohl bekanntesten Waldmenschen Deutschlands. In der neuen BR-Doku „Capriccio“ spricht er offen über sein Leben und rechnet mit den Hasskommentaren im Internet ab.

Vom Schicksal gezeichnet zum Naturbotschafter

Millionen Menschen kennen den Niederbayern aus Fernsehdokumentationen, Büchern oder seinen Wanderungen durch den Bayerischen Wald. Seine Botschaft ist dabei immer dieselbe: Wer die Natur verstehen will, muss ihr mit Respekt begegnen. Doch je bekannter der Naturmensch wurde, desto häufiger wurde er auch zur Zielscheibe im Netz. Woid Woife fühlt sich mitten im Bayerischen Wald zu Hause. Die Natur ist für ihn Rückzugsort und Lebensschule zugleich.

Abrechnung mit den Hassern

In der BR-Dokumentation spricht Woid Woife offen darüber. „Ich finde soziale Medien, ich finde das Internet super. Das, was viele Arschlöcher daraus machen, finde ich nicht super. Das Schlechte passiert erst durch schlechte Menschen“, sagt der 51-Jährige. Über Menschen, die andere im Netz beleidigen, findet er ebenfalls deutliche Worte: „Diese ganzen Typen, die da so extrem negativ sind, die beleidigend sind, sind völlig erfolglose kleine Klugscheißer.“ Seine Botschaft an die Menschen: „Öffne dein Herz, sei kein Depp. Ende.“

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Von Tieren lernen

Der Umgang der Menschen miteinander macht den Naturmenschen immer wieder nachdenklich. Wenn ihn jemand fragt, wie er das mit den wilden Tieren macht, antwortet er: „Ich habe so etwas Wildes bei den wilden Tieren noch nie gesehen wie die Menschen, wie sie miteinander umgehen.“ Für Woife sind die Tiere Lehrmeister. Von ihnen habe er mehr über das Leben gelernt als aus vielen Büchern. „Willst du wissen, wie ein Marder wirklich tickt, lies kein Buch, sondern frage einen Marder. Die Tiere lehren mich viel mehr als jedes Buchwissen oder sonstiges.“

„Ich liebe das Leben“

Für Woid Woife geht es deshalb auch nicht darum, möglichst viel aus der Natur mitzunehmen. „Ich will keine Beeren pflücken. Ich will schon gar nicht rausgehen zum Angeln oder Jagen. Wir gehen doch raus, um uns am Schluss etwas mitzunehmen. Ich glaube, genau das ist der falsche Weg. Vielleicht sollten wir nur rausgehen, um in der Natur zu sein.“ Auch als Statue ist der Woid Woife längst eine Attraktion im Bayerischen Wald. Seine Liebe zur Natur ist untrennbar mit seiner Liebe zum Leben verbunden. „Ich liebe das Leben. Nicht nur meines, sondern von allen Kreaturen. Ich freue mich an jeder einzelnen Kreatur, wenn ich sie am Leben sehe.“

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