Schauspielerin Antoinette Bower mit 93 Jahren gestorben
Antoinette Bower mit 93 Jahren gestorben

Die in Deutschland geborene US-Schauspielerin Antoinette Bower ist tot. Wie der „Hollywood Reporter“ unter Berufung auf Bowers Freundin Carlotta Glackin berichtete, starb sie bereits am 30. April in einem Seniorenheim im Stadtteil Eagle Rock in Los Angeles. Bower wurde 93 Jahre alt.

Bekannt durch „Star Trek“ und „Twilight Zone“

Einem breiten Publikum blieb Bower vor allem durch zwei Fernsehauftritte in Erinnerung. In der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ spielte sie die katzenhafte Außerirdische Sylvia in der Folge „Catspaw“ aus der zweiten Staffel, die im Oktober 1967 ausgestrahlt wurde. An ihrer Seite stand Theo Marcuse als Korob. Wie Carlotta Glackin verriet, erhielt Bower auch Jahrzehnte nach ihren Auftritten noch Fanbriefe von „Star Trek“-Anhängern. Sie gehörte zu den rund 20 Frauen, die Captain Kirk im Lauf der Serie geküsst hatte. Serienstar William Shatner, mittlerweile 95 Jahre alt, sprach bereits per E-Mail sein Beileid aus.

Bower hatte auch in „The Twilight Zone“ mitgewirkt. In der Episode „Probe 7, Over and Out“ aus der fünften Staffel (November 1963) verkörperte sie Eve Norda, eine auf einem fernen Planeten gestrandete Frau. Die Geschichte lehnte sich an die biblische Erzählung von Adam und Eva an. Die einzige weitere Person auf dem Planeten war ein Astronaut namens Adam Cook, gespielt von Richard Basehart.

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Kino- und Serienkarriere

Auch im Kino war Bower zu sehen. Im Horrorfilm „Superbeast“ von 1972 übernahm sie die Hauptrolle. Im Slasher-Klassiker „Prom Night“ (1980) spielte sie die Ehefrau von Leslie Nielsen und die Mutter der von Jamie Lee Curtis verkörperten Figur. Im Action-Thriller „The Evil That Men Do“ (1984) wurde ihre Figur von Charles Bronson entführt.

Über Jahrzehnte war Bower ein gefragtes Gesicht im US-Fernsehen. Bis in die frühen 1980er Jahre tauchte sie in zahlreichen Serien auf, darunter „Bonanza“, „Kojak“, „Mission: Impossible“ und „Mord ist ihr Hobby“. 1983 gehörte sie zur Besetzung der Miniserie „Die Dornenvögel“. Drei Staffeln lang, von 1989 bis 1992, spielte sie in der kanadischen Serie „Neon Rider“ die freundliche Fox Devlin, eine Mitarbeiterin an einer Ranch für schwierige und misshandelte Jugendliche.

Frühes Leben und ungewöhnliche zweite Karriere

Antoinette Alexandra Jane Bower kam am 30. September 1932 in Baden-Baden als Tochter einer deutschen Mutter und eines englischen Vaters zur Welt. Laut dem Branchenportal IMDB war sie zunächst britische Staatsbürgerin. Aufgewachsen und ausgebildet wurde sie in England. In den späten 1940er Jahren arbeitete sie für die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen Menschen in Europa und Asien betreute.

1953 zog sie mit ihrer Familie nach Kanada. In Toronto fand sie eine Anstellung bei der Canadian Broadcasting Corporation, wo sie Beiträge verfasste und Interviews im Live-Fernsehen führte. Erste Schauspielerfahrung sammelte sie 1958 in einer TV-Fassung von „The Tell-Tale Heart“. Anfang der 1960er Jahre verschlug es sie nach Los Angeles, wo sie 1962 eine kleine Rolle in „Meuterei auf der Bounty“ erhielt. Laut IMDB wurde Bower in den USA eingebürgert.

Nach ihrer Zeit bei „Neon Rider“ zog sich Bower weitgehend vom Schauspiel zurück. Vor rund zehn Jahren stellte sie einen Dokumentarfilm über Chuckwagon-Rennen in Kanada fertig, bei dem sie Regie, Kamera, Schnitt und Kommentar übernahm. Privat legte Bower eine ungewöhnliche zweite Leidenschaft an den Tag: Am Santa Monica College absolvierte sie eine Tischlerausbildung, arbeitete zeitweise bei der Baumarktkette Home Depot und baute in ihrem Haus in Beverly Glen maßgefertigte Schränke und Bücherregale, wie ihre Freundin Glackin dem „Hollywood Reporter“ schilderte. Eine Gedenkfeier für die Verstorbene ist für den 26. September in Pasadena geplant.

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