Marli im BILD-Interview: „Ich würde heute vieles anders machen“
Marli im BILD-Interview: „Ich würde vieles anders machen“

Kaum ein deutscher Streamer ist in den vergangenen Monaten so schnell gewachsen wie Marli. Mit seinem spontanen Humor und unvorhersehbaren Livestreams hat sich der Berliner in kürzester Zeit zu einem der bekanntesten Gesichter der deutschen Streaming-Szene entwickelt. Im BILD-Interview spricht er jetzt über seinen kometenhaften Aufstieg, den Umgang mit Kritik und erklärt, warum er heute manche Dinge anders machen würde.

Selbstkritik und Reife

Mit dem Erfolg wuchs auch die Aufmerksamkeit. Einzelne Witze und Aussagen lösten Diskussionen aus, auch BILD berichtete darüber. Heute blickt Marli selbstkritisch auf diese Zeit zurück. „Ich würde hundert Prozent Sachen anders machen“, sagt er im Gespräch. „Ich hatte noch nie die Intention, damit irgendjemanden zu verletzen. (...) Ich versuche nur, Leute zum Lachen zu bringen oder zu entertainen. Und wenn ich zurückgucke, bin ich auf jeden Fall übers Ziel hinausgeschossen. Mehrmals.“

Vom Arbeitslosen zum erfolgreichen Streamer

Für den Streamer gehört die Entwicklung auch zu seinem ungewöhnlichen Karriereweg. „Man wird ja auch reifer und wächst ein bisschen in die Rolle rein“, sagt er. „Am Ende des Tages war ich ein Arbeitsloser, der zu Hause nur den ganzen Tag saß und gezockt hat. Irgendwann hat es dann halt funktioniert.“ Niemand werde darauf vorbereitet, plötzlich vor Tausenden Menschen live zu sprechen. Heute denke er deutlich mehr darüber nach, was er öffentlich sage. Auf die Frage, ob sich sein Umgang mit der eigenen Reichweite verändert habe, antwortet er deshalb kurz und deutlich: „Hundert Prozent.“

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Marli hat sich längst eine große Community aufgebaut. Plattformübergreifend folgen ihm inzwischen über 880.000 Menschen, auf Spotify zählt er außerdem rund 800.000 monatliche Hörer.

Grenzen des Humors

Trotz seines oft schwarzen Humors sieht Marli klare Grenzen. „Es gibt hundert Prozent Grenzen. Aber ich glaube, es gibt keine universelle Grenze. Jeder muss seine Grenze für sich selber finden.“ Gleichzeitig betont er, dass viele Zuschauer ihn nur über kurze Ausschnitte in sozialen Netzwerken kennenlernen würden. Wer seine Streams regelmäßig verfolge, verstehe seine Art und seinen Humor deutlich besser.

Offen über psychische Gesundheit

Eine Seite, die vielen außerhalb seiner Community kaum bekannt ist, zeigt Marli regelmäßig in seinen Streams. Dort spricht er offen über Panikattacken und psychische Gesundheit. Vor seinem Durchbruch litt er selbst so stark darunter, dass ihm zeitweise sogar der Gang in den Supermarkt schwerfiel. Heute nutzt er seine Reichweite bewusst, um Betroffenen Mut zu machen. „Damals hätte ich mir extrem gewünscht, dass es jemanden gibt, der darüber redet“, erzählt er. Nach solchen Streams bekommt er viele Nachrichten von Zuschauern mit ähnlichen Erfahrungen. Das zeigt ihm, wie wichtig das Thema ist.

Abseits von Unterhaltung und Humor nimmt sich Marli regelmäßig Zeit für ernste Themen. Mit seiner Community spricht er offen über mentale Gesundheit und Ängste.

Priorität: Die eigene Community

Wie andere Menschen im Internet über ihn denken, spiele für ihn dagegen eine untergeordnete Rolle. „Am Ende des Tages ist mir am wichtigsten, was meine Community von mir hält“, sagt Marli. Für die Zukunft wolle er seine Zuschauer weiter unterhalten und gleichzeitig aus den Erfahrungen der vergangenen Monate lernen.

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