Mitch Winehouse, der Vater der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse, muss 950.000 Pfund (umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro) an zwei Freundinnen seiner Tochter zahlen. Das ordnete eine britische Richterin am Mittwoch an. Das Geld geht an Naomi Parry und Catriona Gourlay, beide 41 Jahre alt. Sie hatten zwischen 2021 und 2023 persönliche Gegenstände der Sängerin verkauft, darunter Handtaschen, Kleider und Kosmetik. Mit dem Verkauf von mehr als 150 Objekten erzielten sie über 1,4 Millionen Dollar.
Urteil gegen Mitch Winehouse
Richterin Sarah Clarke begründete die Entscheidung damit, dass Mitch Winehouse den Ruf, die Karrierechancen, die finanzielle Sicherheit und die Gesundheit der beiden Frauen geschädigt habe. Der 75-Jährige hatte zuvor eine Klage gegen Parry und Gourlay eingereicht. Er warf ihnen vor, seine „Vergesslichkeit“ ausgenutzt und die Gegenstände unrechtmäßig verkauft zu haben. Sein Anwalt argumentierte, Parry habe gewusst, dass Mitch Winehouse keinen Überblick über die Gegenstände gehabt habe.
Die beiden Frauen bestritten dies. Sie erklärten, Amy Winehouse habe ihnen die Gegenstände geschenkt oder geliehen. Das Gericht folgte dieser Darstellung. „Mitch Winehouse wusste die ganze Zeit über von den geplanten Verkäufen – und forderte erst im Anschluss Geld“, sagte Richterin Clarke.
Richterin kritisiert Vater scharf
Die Richterin ging mit Mitch Winehouse hart ins Gericht. „Der Kläger entschied sich dafür, eine von vornherein schwache Klage einzureichen, diese aggressiv und unerbittlich bis zum Ende zu verfolgen und schwerwiegende sowie unbegründete Vorwürfe gegen die Beklagten zu erheben“, sagte sie. Dass Mitch dies „zwei jungen Frauen“ angetan habe, „die treu an der Seite von Amy“ gestanden hätten, mache dieses „unvernünftige Verhalten besonders schwerwiegend“.
Die Rolle der Freundinnen
Naomi Parry und Catriona Gourlay hatten Amy Winehouse zu Beginn der 2000er-Jahre kennengelernt, noch bevor die Sängerin weltberühmt wurde. Parry designte einige der bekanntesten Outfits der Sängerin, unter anderem das Minikleid mit grün-schwarzem Bambusmuster, das Winehouse bei ihrem letzten Konzert trug. Der Auftritt in Belgrad im Sommer 2011 wurde zu einem Fiasko, weil Winehouse vom Alkohol gezeichnet auf der Bühne torkelte. Die restliche Tournee wurde abgesagt. Einen Monat später, am 23. Juli 2011, starb Winehouse im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
Mit dem Urteil wird nun ein Schlussstrich unter den Rechtsstreit gezogen. Die Freundinnen erhalten eine hohe Entschädigung für die erlittenen Schäden.



