Pferdeflüsterer Monty Roberts ist mit 91 Jahren gestorben
Pferdeflüsterer Monty Roberts ist mit 91 Jahren gestorben

Seine Frau Patricia hielt ihn bis zum letzten Atemzug an der Hand: Monty Roberts, der berühmteste Pferdeflüsterer der Welt, ist am Samstag im Alter von 91 Jahren auf seiner geliebten Farm in Solvang im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben. Der gebürtige Amerikaner lebte dort mit seiner Frau bis zuletzt. Mit ihm verliert der Pferdesport eine der prägendsten Persönlichkeiten seiner Geschichte. Jahrzehntelang gab Roberts sein Wissen an Millionen von Pferdefreunden weiter und veränderte so die Beziehung zwischen Mensch und Tier nachhaltig.

Gewaltfrei statt brutal: Die Revolution des Pferdeflüsterers

Roberts wurde weltberühmt, weil er einen völlig neuen Weg im Umgang mit Pferden einschlug. Statt auf Druck und Härte setzte er auf Geduld, genaue Beobachtung und die Sprache der Tiere. Seine Methoden revolutionierten den Umgang mit Pferden – Gewaltfreiheit statt Brutalität war sein Markenzeichen. Er verstand es, die Körpersprache der Tiere zu lesen und darauf zu reagieren, was ihn zur internationalen Ikone machte.

Über Jahrzehnte vermittelte er diese Philosophie einem Millionenpublikum. Viele Reiterinnen und Reiter, aber auch Tierliebhaber abseits der Reitszene, ließen sich von seinen Ideen inspirieren. Sein Ansatz, das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen statt es zu zwingen, gilt bis heute als wegweisend und fand weltweit Nachahmer.

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Vom Kinderstuntman zur Legende

Schon als Vierjähriger stand Roberts als Stuntman vor der Kamera – ein ungewöhnlicher Start ins Leben. Später trieb er in den Weiten Nevadas wilde Mustangs zusammen. Dabei studierte er intensiv ihre Körpersprache, ein Wissen, das seiner späteren Karriere zugutekam. Auch als Rodeo-Reiter feierte er beachtliche Erfolge und gewann zahlreiche Wettbewerbe.

Die Filmwelt wurde ebenfalls auf Roberts aufmerksam. 1943 sprang er bei den Dreharbeiten zu „National Velvet“ für die verletzte Elizabeth Taylor ein. Jahre später half er dem legendären Schauspieler James Dean beim Reittraining für den Film „Jenseits von Eden“. Diese Verbindung zu Hollywood trug zu seiner Bekanntheit weit über die Pferdeszene hinaus bei.

Die Königin und der Pferdeflüsterer

Roberts’ Ruhm reichte bis ins britische Königshaus. Queen Elizabeth II. lud ihn 1989 ein, seine gewaltfreie Trainingsmethode an ihren eigenen Pferden vorzuführen. Die Monarchin war von den Fähigkeiten des Amerikaners so beeindruckt, dass sich daraus eine langjährige Freundschaft entwickelte.

Für seine Verdienste um den Pferdesport ernannte Elizabeth II. Roberts 2011 zum Mitglied des Royal Victorian Order. Diese Ehre wird nur wenigen Ausländern zuteil.

Der Streit um den „Pferdeflüsterer“-Film

Immer wieder wurde gemutmaßt, dass Roberts’ Leben als Vorlage für den Erfolgsfilm „Der Pferdeflüsterer“ mit Robert Redford (†89) gedient haben könnte. Roberts selbst bejahte diese Frage stets mit Stolz. Der Buchautor Nicholas Evans, auf dessen Roman der Film basiert, bestritt jedoch einen direkten Bezug zu Roberts’ Biografie.

Unabhängig von diesem Disput ist eines klar: Die im Film gezeigten harten und rabiaten Methoden lehnte der echte Pferdeflüsterer strikt ab. „Ich würde ein Pferd niemals so anfassen“, machte Roberts unmissverständlich klar. Seine Botschaft war immer dieselbe: Liebe, Geduld und Verständnis sind wichtiger als Gewalt.

Nun ist die Stimme des Pferdeflüsterers für immer verstummt. Doch seine Ideen und Methoden leben in den Herzen von Millionen Pferdefreunden weiter.

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