Phil Collins hat nach eigenen Angaben beinahe sein Leben verloren. Der 75-jährige Musiker lag im vergangenen Jahr insgesamt sieben Monate in einer Schweizer Klinik. Auslöser war seine Alkoholsucht, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Mehrere seiner Kinder kamen an sein Krankenbett, um sich von ihm zu verabschieden.
Im Interview mit der britischen Zeitung „The Times“ berichtete der Sänger über die dramatischen Wochen. „Meine Nieren versagten, meine Organe stellten einfach ihre Arbeit ein“, wird Collins zitiert. Die Töchter Joely und Lily sowie die Söhne Simon, Nicholas und Matthew waren demnach vor Ort, als sich sein Zustand massiv verschlechterte. „Leute kamen, um sich zu verabschieden“, so Collins. Doch der Musiker hat keine Erinnerung an diese Momente: „Ich hatte keine Ahnung, was dort vor sich ging“, gab er zu.
Sieben Monate im Krankenhaus
Wie „The Times“ weiter berichtet, wurde Collins erstmals im November 2023 in ein Krankenhaus eingeliefert. Kurz vor Weihnachten konnte er entlassen werden, doch schon wenige Wochen später musste er auf die Intensivstation zurück. Am Ende summierte sich die Zeit in der Klinik auf sieben Monate. Sein Zustand war so kritisch, dass die Familie mit dem Schlimmsten rechnete. „Sie machten sich alle Sorgen, dass sie mich nie wiedersehen würden“, erzählte Collins. „Es hätte alles so schrecklich schiefgehen können.“
Der Musiker machte keinen Hehl aus der Ursache. Sein Alkoholkonsum sei völlig außer Kontrolle gewesen. „Ich trank Wein, wenn ich aufwachte. Das war das, was ich zum Frühstück wollte, ein Glas Wein“, sagte Collins. Die selbstzerstörerische Phase habe ihn an den Rand des Todes geführt. Er sei sich sicher: „Selbstverständlich habe ich seitdem keinen Tropfen mehr getrunken.“
Einsamkeit nach dem Überleben
Heute lebt der „In The Air Tonight“-Interpret zurückgezogen in der Schweiz. Eine Krankenschwester wohnt in seinem Haus und kümmert sich um den geschwächten Musiker. Trotz der schweren gesundheitlichen Krisen wünscht sich Collins eine neue Liebe. „Ich würde gerne noch einmal verliebt sein“, sagte er der Zeitung. „Ich hätte gerne eine Beziehung. Würde gerne jemanden küssen, zum Beispiel. Also ganz einfache Dinge.“
Auf die Frage, ob er diese Wünsche noch verwirklichen könne, reagierte der 75-Jährige jedoch zurückhaltend. „Ich glaube, dafür ist es wahrscheinlich zu spät. Ich bin kein sehr geselliger Mensch. Ich gehe nicht aus“, erklärte er. Sein Alltag spiele sich überwiegend in den eigenen vier Wänden ab, das Krankenhaus habe ihn zusätzlich geprägt.
Drei Ehen, fünf Kinder: Ein bewegtes Leben
Phil Collins zählt zu den erfolgreichsten Musikern der Welt. Mit Genesis und als Solokünstler feierte er riesige Erfolge. Doch privat lief es lange nicht so glatt. Der Musiker war dreimal verheiratet und hat fünf Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen. Seine Tochter Lily ist als Schauspielerin international bekannt – unter anderem durch die Netflix-Serie „Emily in Paris“.
In seiner Autobiografie „Not Dead Yet“ (deutscher Titel: „Da kommt noch was“) hatte Collins bereits offen über seine Sucht gesprochen. Besonders die Scheidung von seiner zweiten Frau Orianne im Jahr 2006 stürzte ihn in eine tiefe Krise. In den Folgejahren trank er immer mehr, bis sein Körper schließlich nicht mehr mitmachte.
2016 kam es zu einer überraschenden Versöhnung: Collins und Orianne fanden wieder zusammen. Doch die Beziehung währte nur kurz. Inzwischen ist er erneut auf sich allein gestellt. Sein Sohn Matthew wird unterdessen in Deutschland Fußball spielen – beim Drittligisten TSV 1860 München.



