Der US-amerikanische R&B-Sänger Usher sorgte bei einem Konzert in Nashville für einen handfesten Skandal. Während der Show ließ er eine junge Frau auf die Bühne bringen, die sich auf dem Bett des Bühnenbilds niederlassen musste. Usher setzte sich neben sie, schmiegte sich an und beugte sich über sie, offenbar mit der Absicht, sie zu küssen. Doch die Frau reagierte ablehnend und wandte den Kopf ab.
Beleidigte Reaktion des Künstlers
Usher brach daraufhin ab und kommentierte die Szene sichtlich verärgert: „Ich glaube nicht, dass sie auf der Bühne sein will.“ Mit einer Handbewegung forderte er die Frau auf, die Bühne zu verlassen. Aus dem Publikum ertönten Buhrufe. Der Vorfall wurde von Konzertbesuchern gefilmt und auf den Großbildschirmen der Arena gezeigt; Ausschnitte verbreiteten sich schnell im Internet.
In den sozialen Medien entzündete sich eine hitzige Debatte. Einige Nutzer warfen der Frau vor, sie habe wissen müssen, worauf sie sich einlasse, wenn sie auf die Bühne geht. Andere kritisierten Ushers grenzüberschreitendes Verhalten und stellten klar, dass ein Nein respektiert werden muss – auch auf der Bühne.
Ushers Rechtfertigung im nächsten Konzert
Drei Tage später, bei einem Konzert in Birmingham (Alabama), thematisierte Usher den Vorfall erneut. Bevor er eine weitere Frau auf die Bühne bat, richtete er deutliche Worte ans Publikum: „Bevor wir starten: Schlepp deinen Arsch nicht hier hoch, wenn du nicht auf der Bühne sein willst. Gott mag keine Hässlichen, aber er mag auch diejenigen ganz sicher nicht, die das Privileg haben, hübsch zu sein.“
Sein Kollege Chris Brown, mit dem Usher derzeit auf gemeinsamer Tour ist, reagierte amüsiert. Diesmal hatte Usher offenbar mehr Spaß: Die junge Frau kletterte auf seinen Schoß und fütterte ihn mit Kirschen.
Die betroffene Frau äußert sich
Die Frau aus Nashville meldete sich in einem Videointerview mit dem Boulevardmedium „TMZ“ zu Wort. Sie erklärte, sie sei gar nicht wegen Usher zum Konzert gekommen, sondern wegen Chris Brown. Zusammen mit ihrer Mutter sei sie von Mitarbeitern im VIP-Bereich platziert worden. Man habe ihr gesagt, dass sie während der Show auf die Bühne gebeten werden könnte – jedoch nicht während des Konzerts. „Auf Chris Brown hätte ich anders reagiert“, sagte sie. Die Aussage deutet darauf hin, dass die Ablehnung nicht persönlich gegen Usher gerichtet war, sondern eine spontane Reaktion auf die unerwartete Situation darstellte.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Machtdynamik zwischen Stars und Fans auf der Bühne. In Zeiten von #MeToo wird zunehmend sensibel auf Übergriffe reagiert, auch wenn sie im Rahmen einer Show geschehen. Ushers beleidigte Reaktion und seine spätere Rechtfertigung zeigen, dass das Thema Einvernehmlichkeit auch in der Unterhaltungsbranche noch nicht selbstverständlich ist.



