Die Behörden haben für den Waldbrand in den Chiemgauer Alpen den Katastrophenfall ausgerufen. Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) begründete diesen Schritt am Donnerstag in Unterwössen mit der Notwendigkeit eines schnellen und schlagkräftigen Zugriffs auf zusätzliche Ressourcen. „Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten“, sagte Danzer in einem Pressestatement nahe dem Brandort. Der Katastrophenfall ermöglicht es, überörtliche Kräfte und Materialien zu koordinieren und schnell zu mobilisieren.
Schwieriges Gelände und Wind erschweren Löscharbeiten
Der Brand in Gipfelnähe der Hochwand nahe der Lackenbergwand ist für die Feuerwehr nur schwer erreichbar. Seit Mittwochabend bekämpfen mehr als 200 Einsatzkräfte die Flammen mit Hubschraubern und Sprinkleranlagen. Das unwegsame Gelände erfordert einen hohen logistischen Aufwand. „Die Wetterlage ist nicht sehr günstig“, erklärte Danzer. Immer wieder auffrischender Wind begünstigt eine schnelle Ausbreitung des Feuers. Daher wurde auch Unterstützung aus Österreich angefordert, um die Löschkapazitäten zu verstärken.
Keine Evakuierungen, aber Vorsorge
Nach Angaben von Landrat Danzer sind bislang keine Evakuierungen erforderlich. Vorsorglich laufen jedoch Vorbereitungen für diesen Fall. Die Erfahrungen aus dem tagelangen Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai hätten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. Damals kämpften Einsatzkräfte ebenfalls unter schwierigen Bedingungen gegen ein Feuer in den Chiemgauer Alpen. Die Behörden wollen aus diesen Erkenntnissen lernen und die Brandbekämpfung optimieren.
Hilfe aus Österreich und Einsatz von Luftfahrzeugen
Die angeforderte Hilfe aus Österreich umfasst sowohl Personal als auch technische Ausrüstung. Hubschrauber aus Deutschland und Österreich sind im Einsatz, um Löschwasser aus nahegelegenen Gewässern abzuwerfen. Zusätzlich wurden am Boden Sprinkleranlagen installiert, um die Brandausbreitung in schwer zugänglichen Bereichen einzudämmen. Die Koordination der Einsatzkräfte erfolgt durch die integrierte Leitstelle und die örtliche Feuerwehrführung.
Auswirkungen auf die Region und weitere Maßnahmen
Der Waldbrand hat Auswirkungen auf den Tourismus und die lokale Bevölkerung. Wanderwege und Forststraßen in der Umgebung wurden gesperrt. Die Behörden bitten Besucher der Region, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen und das betroffene Gebiet zu meiden. Die Brandursache ist derzeit noch unklar und wird nach dem Löschen der Flammen untersucht. Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Löscharbeiten mehrere Tage andauern könnten, falls der Wind weiterhin auffrischt.
Erfahrungen aus dem Mai-Brand helfen bei der Koordination
Der Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai hatte gezeigt, wie wichtig eine frühzeitige Katastrophenfallausrufung und internationale Zusammenarbeit sind. Damals waren ebenfalls über 200 Einsatzkräfte sowie Hubschrauber im Einsatz. Die jetzigen Maßnahmen bauen auf diesen Erfahrungen auf, um eine noch effizientere Brandbekämpfung zu gewährleisten. Landrat Danzer betonte, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung oberste Priorität habe. Die Behörden bleiben in ständigem Austausch mit den örtlichen Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk und den österreichischen Partnern.



