Neues Handke-Stück „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ in Salzburg gefeiert
Handke-Stück in Salzburg: Verneigung vor dem Autor

Die Salzburger Festspiele erlebten am Samstagabend eine triumphale Uraufführung des neuen Bühnenstücks von Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Das Werk mit dem poetischen Titel „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ verwandelte sich in eine emotionale Verneigung vor dem Autor und seinen beiden Darstellern. Der 83-jährige Handke, gestützt auf einen Stock, betrat zum Schlussapplaus die Bühne – die Premierengäste erhoben sich und feierten den österreichischen Literaturstar mit minutenlangem Applaus.

Ein Drama ohne Rednerwechsel: Handkes poetischer Monolog

Der Suhrkamp-Verlag beschreibt das rund zweistündige Werk, das 2025 erschienen ist, als „ein Stück für die Bühne, ein Drama ohne Rednerwechsel, ein Lied ohne Kehrvers“. In typisch Handke’scher Manier reihen sich zahlreiche Gedanken in poetischer, loser Folge aneinander. Ein Mensch sinniert über Vergangenheit und Zukunft, beobachtet genau die Gegenwart und ist sich seiner Vergänglichkeit mehr als bewusst. „Die Wette des geglückten Lebens kannst du nur verlieren“, lautet ein zentraler Satz des Stücks. Der Protagonist sieht sich am Ende „als letzter Fahrgast im allerletzten Nachtbus“.

Regie und Schauspiel: Leichtigkeit und Ernst zugleich

Regisseur Jossi Wieler, der wie Hauptdarsteller Jens Harzer mit Handkes Werken bestens vertraut ist, hat aus dem Monolog mit seinen vielen Zwiegesprächen mit leichter Hand ein Zwei-Personen-Stück gemacht. Harzer und seine Ehefrau Marina Galic spielen mit großem Ernst und großer Leichtigkeit zugleich. Besonders Harzer gelingt es, den im Buch eher versteckten Humor auf der Bühne zur Geltung zu bringen – auch mit komödiantischen Momenten. Der lange Applaus nach der Premiere galt beiden Schauspielern gleichermaßen.

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Keine leichte Kost: Handkes Sprachgewalt fordert das Publikum

Schon der Untertitel des Werks – „Das Lautwerden des einen Kreuz- und Quer-Gehenden zeit seines jeweiligen Innehaltens“ – lässt ahnen, dass es sich nicht um leichte Kost handelt. Das Publikum ist gehalten, die Freude am mäandrierenden Gedankenfluss zu teilen. Die Uraufführung bei den Salzburger Festspielen zeigte einmal mehr, dass Handke auch mit 83 Jahren nichts von seiner sprachlichen Kraft verloren hat. Die Inszenierung von Jossi Wieler überzeugte durch eine kluge Reduktion, die den Text in den Mittelpunkt stellte.

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