Nahe der saudi-arabischen Stadt Rabigh haben Archäologen eine bedeutende Fundstätte aus der Frühzeit des Islam erschlossen. Ein saudisch-britisches Forscherteam barg bei ersten Erkundungen der antiken Stätte Al-Juhfah mehr als 1700 Artefakte, darunter Keramik, Glas, Perlen und Metallobjekte. Nationale Medien berichteten am Donnerstag über die Entdeckungen.
Zu den Entdeckungen zählen neben sechs Ton-Öfen und einem Wasserkanal auch 13 Grabsteine, von denen einige in die Zeit der Umayyaden (661-750 n. Chr.) und damit in die ersten Generationen nach Entstehung des Islam reichen. Die Funde stammten teils aus dem östlichen Mittelmeerraum, Ägypten und Äthiopien und deuteten auf einen Pilgerverkehr aus diesen Regionen.
Hintergrund der Pilgerstätte
Al-Juhfah wurde nach islamischer Überlieferung vom Propheten Mohammed als einer der fünf Grenzpunkte für die Wallfahrt nach Mekka bestimmt. Ab diesem sogenannten Miqat treten Pilger für die letzten Etappen in einen besonderen Weihezustand ein. Quellen deuten darauf hin, dass Al-Juhfah zwischen 719 und 816 n. Chr. als Pilgerstation eine Blütezeit erlebte.
Die Ausgrabungen enthüllen nicht nur die religiöse Bedeutung, sondern auch das alltägliche Leben an diesem heiligen Ort. Die Funde von Öfen und Wasserkanälen zeigen, dass die Pilgerstation gut organisiert war und die Bedürfnisse der Reisenden erfüllte. Die Forscher hoffen, durch weitere Grabungen noch mehr über die Geschichte der islamischen Pilgerfahrt zu erfahren.
Weitere archäologische Entdeckungen
Die Funde in Al-Juhfah sind Teil einer Reihe spannender archäologischer Entdeckungen in der Region. So hatten Forscher zuvor eine antike Grabstätte mit Hinweisen auf einen mittelalterlichen Kriminalfall gefunden. Auch die Vulkanausbrüche auf Santorini und ihre Auswirkungen auf antike Kulturen sowie die Rolle von Vaterfiguren in der Religionsgeschichte sind Themen aktueller Forschung.



