Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat seinen Höhepunkt nach Einschätzung des Roten Kreuzes noch nicht erreicht. Bruno Michon, der für die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) vor Ort in Bunia tätig ist, erklärte gegenüber Reportern in Genf: „Der Höhepunkt liegt noch vor uns, nicht hinter uns. Wir fürchten, dass es ein Jahr dauern kann, bis der Ausbruch beendet ist.“
Vertrauenskrise erschwert Bekämpfung
Michon spricht von einer Vertrauenskrise, die den Kampf gegen die Seuche erschwert. Viele Menschen glaubten, die Krankheit sei erfunden, um mehr Geld aus dem Ausland zu erhalten. Andere empfänden Beerdigungen mit besonderen Schutzvorrichtungen, die aufgrund der Übertragbarkeit des Virus von Leichen notwendig sind, als Angriff auf ihre Kultur und Traditionen. Dabei dienen diese Maßnahmen dem Schutz der Familien.
Neue Art von Leichensäcken
Das Rote Kreuz, das die Beerdigungen organisiert, hat auf die Kritik reagiert. Es verwendet jetzt Leichensäcke mit einem durchsichtigen Plastikteil, sodass die Familien das Gesicht ihres Verwandten sehen können. „Vertrauen aufzubauen braucht Zeit“, sagte Michon. „Es erfordert Ehrlichkeit, Geduld und Bescheidenheit. Doch in dieser Pandemie ist das keine Option. Es rettet Leben.“
Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden sind inzwischen mehr als 780 bestätigte Fälle der lebensgefährlichen Krankheit im Labor nachgewiesen worden.



