Ebola-Ausbruch im Kongo: WHO schätzt Infiziertenzahl weit höher ein
Ebola-Ausbruch: WHO vermutet weit mehr Infizierte

WHO schätzt Ebola-Infiziertenzahl im Kongo drastisch höher ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Ebola-Infizierten in der Demokratischen Republik Kongo deutlich höher liegt als offiziell bekannt. Nach Angaben von WHO-Nothilfedirektor Chikwe Ihekweazu könnte die Dunkelziffer zwei- bis viermal so hoch sein wie die bislang bestätigten Fälle. Offiziell wurden 1963 Infektionen durch Labortests bestätigt, 719 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung.

Infektionsketten oft unbekannt

Besonders besorgniserregend ist, dass die meisten Todesfälle in Familien und nicht in Behandlungszentren auftreten. Dadurch können sich pflegende Angehörige ohne Schutzmaßnahmen leicht anstecken. Vier von fünf neu Infizierten standen nicht auf der Liste der Kontakte bereits Erkrankter – ein Zeichen für zahlreiche unerkannte Infektionsketten. Die Regierung und die WHO arbeiten intensiv daran, die Bevölkerung zu informieren und Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung in Kliniken auszuräumen.

Kapazitäten ausbauen, Finanzierungslücke schließen

Ihekweazu betonte, dass die Überlebenschancen in spezialisierten Behandlungszentren höher seien und dort die Infektionsketten unterbrochen werden könnten. Derzeit gibt es fast 800 Betten in solchen Zentren sowie 14 Labore für schnelle Probentests. Die Kapazitäten werden weiter ausgebaut. Allerdings sind von den benötigten 115 Millionen US-Dollar für die ersten sechs Monate erst 40 Prozent eingegangen. Das Land brauche dringend mehr internationale Unterstützung, so Ihekweazu.

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