Sensationsfunde in Ägypten: 2000 Jahre alte Gräber und byzantinische Stadt entdeckt
Sensationsfunde in Ägypten: 2000 Jahre alte Gräber

Bei Ausgrabungen in Ägypten haben Archäologen eine gut erhaltene byzantinische Siedlung und mehrere fast 2000 Jahre alte Gräber entdeckt. Die Funde sorgen für Aufsehen, da sie seltene Einblicke in das Alltagsleben und die Bestattungsrituale der damaligen Zeit gewähren.

Byzantinische Stadt in der Wüste freigelegt

In der westlichen Wüste Ägyptens legten Forscher eine aus dem 4. Jahrhundert stammende Stadt frei. Die Siedlung im archäologischen Komplex Ain al-Sabil in der Dachla-Oase wurde aus Lehmziegeln errichtet und verfügte über ein planmäßig angelegtes Straßennetz, öffentliche Plätze, Wohnhäuser, eine Basilika-ähnliche Kirche und Verteidigungsanlagen. Nach Angaben des Ministeriums für Tourismus und Altertümer handelte es sich um eine organisierte urbane Gemeinde mitten in der Wüste.

Die Archäologen fanden Tonscherben mit Inschriften in Koptisch und Griechisch sowie Bronze- und Goldmünzen. Einige der Münzen stammen aus der Zeit des römischen Kaisers Constantius II. (337-361). Die ersten Funde gewähren Einblicke in den Alltag, die Stadtentwicklung und die wirtschaftlichen Aktivitäten zu der Zeit, als Ägypten Teil des Byzantinischen Reiches war.

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Fast unversehrte Gräber an der Mittelmeerküste

Gleichzeitig gab das Ministerium bekannt, dass an der Mittelmeerküste des nordafrikanischen Landes mehrere fast 2000 Jahre alte Gräber entdeckt wurden. Einige der in Marina El-Alamein gefundenen uralten Gräber seien sogar nach so langer Zeit noch intakt gewesen. Die Gräber in Marina El-Alamein wurden etwa hundert Kilometer westlich von Alexandria gefunden. Unlängst waren dort bei Ausgrabungen bereits 18 griechisch-römische Grabstellen gefunden worden.

Der Erklärung zufolge waren die Steinplatten der nun entdeckten Gräber in mehreren Kammern noch immer an ihrem ursprünglichen Platz. Bei einem Granit-Sarkophag von etwa zweieinhalb Metern Länge war demnach auch noch der Deckel intakt – was darauf hindeutet, dass er fast 2000 Jahre verschlossen war.

Goldartefakte als Bestattungsritual

In den Gräbern selbst fanden die Archäologen menschliche Überreste, Töpferwaren, Amphoren und andere Grabbeigaben. Zu den bedeutendsten Funden zählten 24 Objekte aus Gold, die mehreren Verstorbenen in den Mund gelegt worden waren – ein Bestattungsritual, das mit Vorstellungen vom Leben nach dem Tod verbunden ist.

Es wird angenommen, dass es sich bei dem Fundort um die antike Stadt Leukaspis handelt, einen Mittelmeerhafen, der zwischen der hellenistischen und der byzantinischen Zeit seine Blütezeit erlebte. Insgesamt sind damit nach Angaben des Ministeriums inzwischen 44 Gräber in Marina al-Alamein bekannt, seit die Stätte im Zuge von Bauarbeiten im Jahr 1986 entdeckt wurde.

Byzantinisches Reich in Ägypten

Nach der Teilung des Römischen Reiches im Jahr 395 nach Christus wurde Ägypten Teil des Oströmischen Reiches, das später als Byzantinisches Reich bekannt wurde. Aufgrund seiner fruchtbaren Böden war Ägypten eine der wichtigsten Provinzen des Reiches und galt als dessen „Kornkammer“. Vor allem die Millionenstadt Alexandria entwickelte sich zu einer bedeutenden Metropole. Von hier aus wurden Getreide, Papyrus und andere Waren in den gesamten Mittelmeerraum exportiert. Gleichzeitig prägte das Christentum das gesellschaftliche Leben immer stärker. Im Laufe der Zeit kam es jedoch zu Spannungen zwischen der byzantinischen Regierung in Konstantinopel und der mehrheitlich koptischen Bevölkerung, insbesondere wegen religiöser Streitigkeiten über die Natur Christi.

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