Uganda hat den Ebola-Ausbruch offiziell für beendet erklärt. Das gab Gesundheitsministerin Jane Ruth Aceng am Donnerstag in Kampala bekannt. Seit Wochen seien keine neuen Infektionen mehr registriert worden, die letzte bestätigte Erkrankung liege mehr als 42 Tage zurück – die doppelte Inkubationszeit des Virus. Damit gelte der Ausbruch als gestoppt.
20 Infektionen, zwei Todesfälle
Insgesamt gab es in Uganda 20 bestätigte Ebola-Fälle, zwei Menschen starben an der Viruserkrankung. Das entspricht einer Letalität von zehn Prozent. Die meisten Patienten konnten erfolgreich behandelt werden. Alle Infektionen standen im Zusammenhang mit dem größeren Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, der im März dieses Jahres begann.
Laut Gesundheitsministerium waren alle ugandischen Fälle auf einen einzigen Einschleppungsfall zurückzuführen. Eine Frau aus dem Distrikt Kasese an der Grenze zu Kongo hatte sich bei der Pflege eines erkrankten Verwandten angesteckt und dann das Virus in Uganda verbreitet. Dank schneller Isolationsmaßnahmen und Kontaktverfolgung sei eine weitere Ausbreitung verhindert worden.
Reaktion der WHO und internationale Hilfe
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüßte die Erklärung und lobte die ugandischen Behörden für ihr entschlossenes Handeln. „Uganda hat gezeigt, wie mit schnellen Maßnahmen selbst eine hochansteckende Krankheit eingedämmt werden kann“, sagte ein WHO-Sprecher. Die Organisation hatte das Nachbarland Kongo bei der Bekämpfung des Ausbruchs unterstützt und auch Uganda mit Impfstoffen und Experten versorgt.
Insgesamt wurden in Uganda mehr als 1.000 Kontaktpersonen überwacht. Eine Impfkampagne mit dem experimentellen Vakzin rVSV-ZEBOV-GP erreichte rund 3.000 Menschen, darunter vor allem Gesundheitspersonal und Angehörige von Erkrankten. Die erfolgreiche Eindämmung stärkt das Vertrauen in die Impfstrategie, die bereits im Kongo eingesetzt wurde.
Hintergrund: Ebola in Ostafrika
Der Ausbruch im Kongo hatte sich seit Januar 2026 von der Provinz Nord-Kivu aus ausgebreitet. Nach Angaben der WHO gab es dort über 200 bestätigte Fälle und mehr als 100 Tote. Uganda verhängte im Februar Grenzkontrollen und richtete Behandlungszentren in den Grenzregionen ein. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern wurde als vorbildlich beschrieben.
Ebola ist ein hämorrhagisches Fieber, das durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die Erkrankung verläuft häufig tödlich, doch moderne Behandlungsmethoden und Impfungen haben die Überlebenschancen deutlich verbessert. Uganda hatte bereits 2022 und 2019 Ebola-Ausbrüche erfolgreich bewältigt.
Warum der Ausbruch für beendet erklärt wird
Die WHO erklärt einen Ebola-Ausbruch erst dann für beendet, wenn 42 Tage nach dem letzten bestätigten Fall keine neuen Infektionen aufgetreten sind. Diese Frist entspricht der doppelten maximalen Inkubationszeit des Virus. Uganda hatte den letzten positiven Test Mitte Juni, sodass die Frist nun abgelaufen ist.
Trotz der Entwarnung bleiben die Behörden wachsam. „Wir werden die Überwachung an den Grenzen und in den Gesundheitseinrichtungen fortsetzen“, sagte Gesundheitsministerin Aceng. „Die Gefahr neuer Einschleppungen besteht weiter, solange das Virus in der Region zirkuliert.“ Der Ausbruch im Kongo ist noch nicht vollständig unter Kontrolle.



