Waldbrand in Andalusien: Mindestens elf Tote, viele Ausländer
Waldbrand in Andalusien: Elf Tote, viele Ausländer

Bei einem verheerenden Waldbrand in der südspanischen Region Andalusien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, viele von ihnen offenbar Ausländer. Die Zahl der Todesopfer könnte auf zwölf steigen, wie Andalusiens Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla am Freitagmorgen im Radiosender Cadena Cope erklärte. Mindestens 19 Personen werden noch vermisst.

Opfer überwiegend Ausländer – Hinweise auf britische Staatsangehörige

Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den Toten überwiegend oder ausschließlich um Ausländer handelt, wie der andalusische Katastrophenschutzminister Antonio Sanz mitteilte. Vier Tote seien in einem Auto mit dem Lenkrad auf der rechten Seite gefunden worden, was auf britische Staatsangehörige hindeute. Die Identifizierung der Leichen steht noch aus. In der Nähe liegt das bei Touristen beliebte Dorf Bédar.

Brandursache: Möglicherweise abgerissene Stromleitung

Der Brand war am Nachmittag in der Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almería ausgebrochen, rund 300 Kilometer nordöstlich von Málaga. Ursache war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in die völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Sanz sprach von einer „beispiellosen Tragödie“ – es sei der Waldbrand mit den bislang schwersten Folgen in Andalusien. „Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.“

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Großangelegter Löscheinsatz und Evakuierungen

Die ganze Nacht kämpften rund 400 Feuerwehrleute und Soldaten gegen die Flammen nordöstlich von Almería. Die Bewohner mehrerer Ortschaften wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte auf der Plattform X seine „große Trauer und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Brandes“ aus.

Waldbrände in Spanien – Rekordschäden durch Hitzewellen

In Spanien wütet derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Hitzewellen im Mai und Juni haben weite Landstriche in Westeuropa ausgetrocknet und sie in diesem Jahr besonders anfällig für Waldbrände gemacht. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwärmt sich Europa mehr als doppelt so schnell wie der weltweite Durchschnitt, was anhaltende Hitzeperioden immer wahrscheinlicher macht. Erst Anfang der Woche hatte ein außer Kontrolle geratener Waldbrand in Südfrankreich nahe der spanischen Grenze die Evakuierung von mehr als 10.000 Menschen erzwungen.

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