Der Amazon-Konzern will 2027 seinen Satelliten-Internetdienst Leo in Südafrika starten. Damit käme das Unternehmen dem Konkurrenten Starlink des in Südafrika geborenen Milliardärs Elon Musk zuvor und könnte sich wichtige Marktanteile in der am weitesten entwickelten Volkswirtschaft Afrikas sichern.
Partnerschaft mit Herotel
Amazon teilte am Mittwoch mit, es werde bei der Einführung des neuen Dienstes mit dem südafrikanischen Internetanbieter Herotel zusammenarbeiten. Laut Amazon handelt es sich um seine erste Vereinbarung für Satelliten-Internet auf dem afrikanischen Kontinent. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.
Politische Spannungen um Starlink
Musk hatte lautstarke Kritik an der südafrikanischen Regierung geübt und ihr Rassismus vorgeworfen. Er erklärte, die Vorschriften hätten ihn daran gehindert, Starlink in Südafrika einzuführen, weil er weiß sei. Er bezog sich dabei auf südafrikanische Maßnahmen zur Förderung benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Diese verlangen von ausländischen Unternehmen im Kommunikationssektor, einen Minderheitsanteil an ihren Niederlassungen an schwarze oder sonstige nicht-weiße Eigentümer abzugeben, bevor sie eine Lizenz erhalten können.
Unterstützung durch die Regierung
Die südafrikanische Regierung unterstützt das Amazon-Projekt. Kommunikationsminister Solly Malatsi gab die Vereinbarung gemeinsam mit Vertretern von Amazon und Herotel bekannt.
Technologischer Wettlauf
Amazon brachte im vergangenen Jahr seine ersten Internet-Satelliten für niedrige Umlaufbahnen ins All und gibt an, dass derzeit mehr als 390 davon in Betrieb seien. Starlink startete seine ersten Satelliten 2019. Mittlerweile befinden sich mehr als 10.000 davon im Orbit. Der Starlink-Dienst wurde in rund zwei Dutzend weiteren afrikanischen Ländern eingeführt, Musk lehnt jedoch die Regularien in Südafrika ab und will dort nicht in den Markt einsteigen.
Globale Expansion
Amazon Leo, früher als Project Kuiper bekannt, hat bereits Verträge für den Start in Thailand, Kasachstan, Australien, Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru und Uruguay unterzeichnet. Starlink ist jedoch deutlich voraus und gibt an, mittlerweile in mehr als 160 Ländern tätig zu sein.
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