Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind am Montag mindestens fünf Insassen eines Busses getötet worden. Wie der örtliche Gouverneur Alexander Schumajew mitteilte, handelt es sich bei den Todesopfern um vier Frauen und ein Kind. 23 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Die Angaben der Behörden ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Ukrainische Drohnenoffensive in der Nacht
In der vergangenen Nacht hatte die Ukraine Russland mit Hunderten Drohnen angegriffen. Der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, berichtete auf Telegram von zehn Verletzten in verschiedenen Städten sowie Bränden und Schäden. Allein in der Stadt Domodedowo, rund 40 Kilometer südlich von Moskau, gab es demnach sieben Verletzte. In sozialen Medien kursierten nicht verifizierte Aufnahmen, die eine große schwarze Rauchsäule über einem Öldepot zeigen sollen.
Der russische Online-Versandhändler Wildberries teilte mit, dass ein Logistikzentrum in Koledino bei Podolsk aus Sicherheitsgründen evakuiert worden sei, der Betrieb aber inzwischen wieder aufgenommen wurde. Das russische Verteidigungsministerium gab an, in der Nacht 381 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zu haben. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb von mehr als 400 Drohnen, die seit dem Abend auf die Region Moskau zugeflogen seien; ein Großteil sei weit vor der Stadt abgeschossen worden. Unabhängige Bestätigungen für diese Zahlen gibt es nicht.
Angriff auf FSB-Koordinationszentrum in Cherson
Spezialkräfte des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU haben nach eigenen Angaben ein Koordinationszentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in der besetzten Region Cherson attackiert. Der Dienst erklärte, das Zentrum habe sich in einer Pension befunden, die auch als Unterkunft für FSB-Mitarbeiter diente. Bei der Operation seien 13 SBU-Drohnen auf dem Gelände eingeschlagen und hätten einen Großbrand ausgelöst. Nach vorläufigen Schätzungen könnten sich bis zu 100 russische Militärangehörige in dem Zentrum aufgehalten haben.
Russische Gleitbomben treffen Pawlohrad
Bei russischen Angriffen auf die Stadt Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk sind nach ukrainischen Behördenangaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Chef der Militärverwaltung, Olexander Hanscha, teilte auf Telegram mit, dass 13 weitere Personen verletzt wurden. Laut dem Vorsitzenden des Regionalrats, Mykola Lukaschuk, setzte Russland dabei erstmals Gleitbomben gegen Pawlohrad ein. Die Stadt liegt rund 90 Kilometer von der Frontlinie entfernt und war bislang außerhalb der Reichweite solcher Waffen. „Bis heute waren gelenkte Fliegerbomben keine Bedrohung für unsere Gemeinde. Pawlohrad lebte unter Raketen und Shaheds, kannte aber keine Gleitbomben. Jetzt modernisiert der Feind diese Bomben und erreicht damit größere Tiefen. Leider ist das für Pawlohrad eine neue Realität“, schrieb Lukaschuk.
ISW: Russland verbraucht Raketenvorräte
Laut einem Bericht des Institute for the Study of War (ISW) hat Russland seit Anfang Juli mehr ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt, als es monatlich produzieren kann. Die Analysten vermuten, dass Moskau dafür auf angesammelte Lagerbestände zurückgreift. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland seit Monatsbeginn 107 ballistische Raketen sowie 20 Zirkon-Raketen ein. Das ISW verweist auf das ukrainische Portal Militarnyj, wonach Russland im Juli bereits bis zu zwei Drittel der geplanten Jahresproduktion von Zirkon-Raketen verbraucht habe. Unter Berufung auf den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR produziert Russland monatlich etwa 60 ballistische Iskander-M-Raketen und rund 40 Raketen für S-400-Systeme. „Russland greift allem Anschein nach auf seine Vorräte zurück, um die Zahl der ballistischen Raketenangriffe gegen die Ukraine weiter zu erhöhen, da diese Raketen wirksamer sind als Drohnen und Marschflugkörper“, schreiben die ISW-Analysten. Gleichzeitig habe Russland die Zahl der Drohnen in nächtlichen Angriffen deutlich reduziert: Seit Anfang Juli seien 2955 Drohnen eingesetzt worden, im Juni waren es noch 5749.
Ukraine meldet Treffer auf russische Schiffe
Ukrainische Drohnen haben nach Militärangaben in der Nacht sieben russische Schiffe im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen, darunter drei Tanker und vier Frachtschiffe. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, teilte auf Telegram mit, dass damit die Zahl der im Juli getroffenen Schiffe auf 183 steige. Zudem meldete Browdi Angriffe auf sieben Umspannwerke auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim.
Zahl der Todesopfer auf Frachtschiff vor Odessa steigt
Nach dem russischen Angriff auf ein internationales Frachtschiff im Schwarzen Meer hat sich die Zahl der Todesopfer nach ukrainischen Angaben auf zehn verdoppelt. Die ukrainische Hafenbehörde teilte mit, dass das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff mit einer Ladung Mais aus dem Hafen ausgelaufen war, als es am Sonntagabend Ziel eines Angriffs wurde. An Bord befanden sich demnach 17 Seeleute aus Indien und Syrien sowie ein Ukrainer; acht Crew-Mitglieder konnten gerettet werden. Russland teilte unterdessen über die Nachrichtenagentur Interfax mit, bei Angriffen in der Nacht Treibstofflager im Hafen von Odessa getroffen zu haben.
Lenkbomben-Angriff auf Saporischschja
Bei einem russischen Luftangriff auf die südostukrainische Stadt Saporischschja sind mindestens zwei Menschen getötet und 42 weitere verletzt worden, darunter acht Kinder. Der ukrainische Rettungsdienst teilte auf Telegram mit, dass das russische Militär Lenkbomben eingesetzt habe. Dabei sei ein fünfstöckiges Wohngebäude getroffen worden, dessen zwei obere Stockwerke vollständig zerstört wurden.



