Iran und Israel erklären Angriffe für beendet – Hisbollah setzt Kämpfe fort
Im Konflikt zwischen Iran und Israel haben beide Seiten nach massiven gegenseitigen Angriffen am Montag eine Einstellung der Kampfhandlungen verkündet. Während Teheran und Jerusalem ihre Militäraktionen für beendet erklärten, setzte die libanesische Hisbollah-Miliz ihre Raketenangriffe auf israelische Soldaten im Südlibanon fort. Die EU reagierte mit verschärften Sanktionen gegen iranische Akteure.
Israel stellt Angriffe auf Iran ein – Kämpfe im Libanon gehen weiter
Israel will nach Medienberichten die Angriffe im Iran nicht fortsetzen. Ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte nach einer Sitzung des engeren Ministerkreises um Regierungschef Benjamin Netanjahu: „Auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump stellen wir die Angriffe auf den Iran ein.“ Er habe den Eindruck, „dass die derzeitige Eskalation hinter uns liegt“. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Der namentlich nicht genannte Vertreter betonte jedoch, man werde die Angriffe im Libanon „mit voller Intensität fortsetzen“. Sollte die Hisbollah erneut den Norden Israels beschießen, werde man auch wieder die Vororte von Beirut angreifen. Auch der israelische Sender Kan berichtete, Israel stoppe die Angriffe im Iran, nicht aber im Südlibanon.
Iran erklärt Angriffe für beendet und droht mit härteren Maßnahmen
Irans Militärführung erklärte die Angriffe auf Israel für beendet. Die Islamische Republik habe Israel eine „schmerzhafte Antwort“ erteilt, hieß es in einer Erklärung. Man behalte sich aber neue Angriffe vor, falls Israel die Angriffe im Libanon verstärke. Das militärische Hauptquartier Chatam al-Anbjia drohte: Sollten die Kampfhandlungen weitergehen, würden „härtere und vernichtendere Maßnahmen als bisher“ erfolgen.
Hisbollah feuert Raketen auf israelische Soldaten
Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Süden des Libanon. Die israelische Armee identifizierte drei Geschosse, ein Teil wurde abgefangen. In mehreren Ortschaften im Norden Israels gab es Raketenalarm, Verletzte gab es nicht. Zuvor hatten libanesische Medien über israelische Angriffe im Süden des Libanon berichtet.
EU verschärft Sanktionen gegen Iran wegen Blockade der Straße von Hormus
Die Europäische Union verhängte Sanktionen gegen das Provinzkommando Hormusgan der Marine der Revolutionsgarden sowie gegen zwei Funktionäre wegen der Behinderung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Betroffen sind auch der stellvertretende Befehlshaber der Revolutionsgarden und der Sprecher des iranischen Verbands der Exporteure von Öl, Gas und petrochemischen Erzeugnissen. Die Sanktionen beinhalten das Einfrieren von Vermögenswerten und EU-Einreiseverbote.
Trump sieht Waffenruhe in Reichweite – Telefonat mit Netanjahu
US-Präsident Donald Trump schrieb auf seinem sozialen Netzwerk „Truth Social“, Iran und Israel stünden kurz vor einer Waffenruhe. Die Friedensverhandlungen gingen weiter, „sofern ihnen nicht Unwissenheit oder Dummheit im Wege stehen“. Die Blockade der Straße von Hormus durch die USA bleibe bestehen, bis ein finaler Deal erreicht sei. Zudem führte Trump ein weiteres Telefongespräch mit Netanjahu über einen möglichen Waffenstillstand.
Iran sperrt Luftraum – Irak und Syrien reagieren unterschiedlich
Der Iran sperrte seinen gesamten Luftraum bis auf weiteres. Alle Verbindungen an iranischen Flughäfen wurden gestrichen. Der Irak öffnete seinen Luftraum früher als erwartet wieder, während Syrien die Sperrung um zwölf Stunden verlängerte.
Huthi-Miliz bestätigt Angriffe auf Israel
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen beanspruchte einen Raketenangriff auf Israel und verkündete eine „komplette Blockade“ der Seefahrt für Israel im Roten Meer. Israels Militär bestätigte eine Rakete aus dem Jemen, die abgefangen wurde.
Israel greift Petrochemieanlage im Iran an
Israel gab bekannt, bei seinen Angriffen eine Petrochemieanlage im Süden des Iran getroffen zu haben. Die iranischen Behörden bestätigten den Angriff auf die Anlage Karun nahe Bandar-e-Mahschahr.
Bundesregierung sieht keine Versorgungsprobleme
Das Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich besorgt über die Eskalation, meldete aber keine Engpässe. Ein Sprecher sagte: „Derzeit liegen uns keine Meldungen für physische Knappheiten in Europa vor.“



