Peru: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahl
Peru: Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahl

Die Stichwahl in Peru ist extrem knapp: Keiko Fujimori und Roberto Sánchez liegen fast gleichauf. Das endgültige Ergebnis lässt auf sich warten.

Knapper Ausgang der Stichwahl

Nach einer äußerst knappen Präsidentschaftswahl in Peru zeichnet sich noch kein klarer Sieger ab. Nach Auszählung von etwa 94 Prozent der Stimmen lagen die konservative Politikerin Keiko Fujimori, Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, und der nationalistische Kongressabgeordnete Roberto Sánchez am Montag praktisch gleichauf.

Fujimori kam nach der Stichwahl vom Sonntag mit zwischenzeitlich 8,78 Millionen Stimmen auf einen Anteil von 49,985 Prozent, Sánchez mit 8,79 Millionen Stimmen auf 50,015 Prozent. Der Leiter der Wahlbehörde, Roberto Burneo, rief Wähler und politische Organisationen auf, während der laufenden Auszählung „mit demokratischer Verantwortung“ zu handeln.

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Verzögerung bei der Auszählung

Das endgültige Ergebnis werde innerhalb von 30 Tagen vorliegen. Die Auszählung verläuft auch deshalb langsam, weil Stimmzettel und Ergebnisprotokolle aus den Wahllokalen erst zu mehr als 100 Auszählungsstellen im Land gebracht werden müssen. Hinzu kommen Stimmen von Auslandsperuanern aus 63 Ländern, deren Unterlagen in der Hauptstadt Lima eintreffen und dort gezählt werden müssen.

In der Hauptstadt Lima schien die Wahlbeteiligung am Tag der Stichwahl niedriger zu sein als bei der ersten Runde. In vielen Wahllokalen bildeten sich kaum Schlangen, obwohl die Stimmabgabe für Peruaner zwischen 18 und 70 Jahren verpflichtend ist. Wer nicht wählt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 32 Dollar rechnen. Mehr als 27 Millionen Menschen waren registriert. Etwa 1,2 Millionen von ihnen sollten im Ausland abstimmen, vor allem in den USA und Argentinien.

Sicherheit als wichtigstes Wahlkampfthema

Zentrales Thema für viele Wähler war die Kriminalität, besonders Erpressung. Eine landesweite Erhebung des staatlichen Statistikamts aus dem Jahr 2025 ergab, dass 84 Prozent der Befragten in städtischen Gebieten fürchten, in den folgenden zwölf Monaten Opfer eines Verbrechens zu werden. Experten führen die wachsende Macht organisierter Kriminalität in Peru unter anderem auf Gewinne aus illegalem Goldabbau in den Anden und im Amazonasgebiet zurück.

Die 51-jährige Fujimori tritt bereits zum vierten Mal für das Präsidentenamt an und verspricht ein hartes Vorgehen gegen Kriminelle. Sánchez ist ein 57-jähriger ehemaliger Minister und gilt als besonders beliebt bei Wählern in ländlichen Gebieten. Er hat versprochen, die Staatsausgaben zu erhöhen, das Steuersystem zu reformieren und die Bodenschätze des Landes teilweise zu verstaatlichen.

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