Abelardo de la Espriella, ein 47-jähriger Rechtsanwalt und rechter Hardliner, hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der selbsternannte „Tiger“ setzte sich in der Stichwahl gegen seinen linken Kontrahenten durch und löst am 7. August den bisherigen Präsidenten Gustavo Petro ab. De la Espriella gilt als Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und wird als weiterer enger Verbündeter Trumps in Südamerika gesehen.
Trump gratuliert und sichert Unterstützung zu
Bereits am Wahlabend telefonierte De la Espriella mit Trump, wie er öffentlich bekanntgab: „Ich habe gerade vor ein paar Minuten mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gesprochen. Er hat seine Unterstützung, seine Anerkennung unseres Siegs zum Ausdruck gebracht.“ Trump hatte im Wahlkampf für De la Espriella geworben und ihm seine „vollständige und totale Unterstützung“ ausgesprochen. De la Espriella besitzt neben der kolumbianischen auch die US-Staatsbürgerschaft.
Rechtsruck in Kolumbien
Mit De la Espriellas Sieg erlebt Kolumbien einen scharfen Rechtsruck. Er profitiert von der Enttäuschung der Bevölkerung über die politischen Eliten und die Linke. Petro, der erste linksgerichtete Präsident des Landes, konnte sein Versprechen, das Land nach dem Friedensschluss mit der Farc zu befrieden, nicht einhalten. Die Gewalt eskalierte stattdessen. De la Espriella reiht sich nun ein in die Riege rechtspopulistischer Präsidenten wie Javier Milei in Argentinien und Nayib Bukele in El Salvador.
Harte Hand und umstrittene Pläne
Der vierfache Familienvater kündigte an, das Land „mit harter Hand“ zu regieren. In einem AFP-Interview sagte er, er wolle eine 90-tägige Militärkampagne gegen Drogenbanden führen und dafür militärische Unterstützung von den USA und Israel anfordern. Wie Bukele plant er Megagefängnisse, in denen Häftlinge von „Wasser und Brot“ leben sollen. De la Espriella, der sich selbst „Der Tiger“ nennt, sorgte im Wahlkampf mit provokativen Äußerungen für Aufsehen: Er gab an, als Kind Feuerwerkskörper an Katzen gebunden zu haben – später bezeichnete er dies als Scherz. Auch seine häufigen Anspielungen auf Genitalien wurden kritisiert.
Kritik an Herkunft des Vermögens
De la Espriella präsentiert sich als Selfmade-Millionär, der ein Luxusleben in Florenz aufgab, um in die Politik einzusteigen. Kritiker stellen jedoch Fragen zur Herkunft seines Vermögens und seiner früheren Tätigkeit als Anwalt für ehemalige Paramilitärs, Drogenhändler und korrupte Politiker. Er wird Präsident Petro am 7. August ablösen.



